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Lena Hentschel und Tina Punzel : Erste Olympia-Medaille für Deutschland in Tokio

Synchron bis in die Fußspitzen: Tina Punzel und Lena Hentschel Bild: dpa

Die Wasserspringerinnen Punzel und Hentschel gewinnen Olympia-Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Das gibt nicht nur dem Team um Fahnenträger Patrick Hausding Auftrieb.

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          Es war dunkel geworden für die deutschen Synchronspringerinnen in den vergangenen Wochen. Tina Punzel und Lena Hentschel hatten ihr Training in Dresden in die Nacht verlegt, um die Zeitverschiebung zu antizipieren, die sie in Japan erwarten würde. So hatten sie es schon gemacht, bevor sie zum Weltcup in Tokio geflogen waren.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Im Mai waren die 25 Jahre alte Tina Punzel und die 20-jährige Lena Hentschel Vierte geworden, damit war der Startplatz bei den Olympischen Spielen gesichert. Elf Wochen später, am Sonntagnachmittag, waren Punzel und Hentschel die ersten deutschen Sportlerinnen bei diesen Olympischen Spielen, die sich – pandemieregelkonform – jeweils eine Olympiamedaille umhängen durften: Bronze für den dritten Platz im Synchronspringen vom Dreimeterbrett hinter den Chinesinnen Shi Tingmao/Wang Han und den Kanadierinnen Jennifer Abel/Melissa Citrini Beaulieu.

          „Wir hatten ein bisschen Glück“, sagte Lena Hentschel in der ARD mit Blick auf den Fehler der Italienerinnen Elena Bertocchi und Chiara Pellacani im letzten Sprung, der den Deutschen ihre Medaillen sicherte. „Aber das gehört bei unserem Sport dazu. Wir haben im Wettkampf alles gezeigt, was wir in den letzten Monaten trainiert haben.“ Hentschel hatte sich als 17-Jährige entschlossen, von Berlin nach Dresden zu ziehen, um mit Tina Punzel für die Olympiamedaille trainieren zu können. Das bedeutete für sie auch, dass sie die elfte Klasse in der Schule wiederholen musste.

          Freudentanz in Tokio

          Das Duo wurde zunehmend erfolgreich: Zweite der EM 2018 in Glasgow. Im Mai 2021 waren sie dann in Budapest Europameisterinnen des Jahres 2020 geworden. Und jetzt Olympiamedaillengewinnerinnen. „Da kriegt man schon ein bisschen Gänsehaut. Wir haben fünf Jahre trainiert für diesen einen Tag. Es war nicht mal eine Stunde, die der Wettkampf gedauert hat“, sagte Tina Punzel, die 2016 in Rio de Janeiro ihre ersten Olympischen Spiele erlebt hatte und mit Nora Subschinski Siebte im Synchronspringen vom Dreimeterbrett geworden war.

          Bundestrainer Lutz Buschkow sprach anschließend davon, dass sein Paar einen Wettkampf ohne große Fehler abgeliefert habe, dass die Medaille „ein bisschen Last vom gesamten deutschen Team und den Wasserspringern“ nehme. Klingt ein bisschen arg nach dem Blick auf das Große, das Ganze und den Medaillenspiegel. Aber einerseits ist das durchaus Teil des Aufgabenkatalogs eines Bundestrainers. Und andererseits lebte Buschkow schon voll und ganz im Glück des Moments, er drückte es nur anders aus, körperlich. Mit einem Freudentanz.

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