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Beachvolleyball bei Olympia : Das Herz weint

Ausgeschieden: Margareta Kozuch (l.) und Laura Ludwig Bild: EPA

Das deutsche Beachvolleyball-Duo verliert gegen die Amerikanerinnen Klineman/Ross. Doch ehe Ludwig/Kozuch sich aus Tokio verabschieden, wollen sie noch „die Jungs nach vorne schreien“.

          2 Min.

          Die Enttäuschung ist da“, bekannte Laura Ludwig nach dem Ende ihrer olympischen Träume in Tokio, „aber das Glück überwiegt.“ Ihre Zufriedenheit speiste die Olympiasiegerin von Rio aus der insgesamt guten Performance, die sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Margareta Kozuch beim Beachvolleyball-Turnier 2021 zeigen konnte: „Wir haben tolle Spiele gehabt“, sagte sie fast schon strahlend: „Wir haben tolle Momente erlebt.“

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Für den Einzug in die Medaillenrunde reichte es nach insgesamt zwei Siegen, einem kampflosen Erfolg und zwei Niederlagen aber doch nicht ganz, weil einige Kleinigkeiten an der Spitze der Weltelite eben den Unterschied ausmachen. Im Viertelfinale des Turniers von Tokio unterlagen Ludwig/Kozuch den beiden Amerikanerinnen Alix Klineman und April Ross in zwei knappen Sätzen 19:21, 19:21. Es war ein denkwürdigen Duell auf Augenhöhe zwischen zwei Teams, die eine ähnliche Struktur aufweisen. Denn wie Laura Ludwig gehört auch die 39-Jährige April Ross seit mehr als einer Dekade zu den prägenden Figuren der Beach-Szene. Bereits 2009 war sie Weltmeisterin, 2012 und 2016 gewann sie Olympia-Silber und -Bronze. Dagegen spielte ihre Partnerin Alexandra Klineman ähnlich wie Margareta Kozuch noch bis 2017 Hallen-Volleyball, war als Annahme- und Außenspielerin eine feste Größe im amerikanischen Nationalteam.

          Am Strand haben sich Klineman/Ross allerdings schneller als Ludwig/Kozuch zu einem exzellenten Team zusammengefügt. Schon 2019 gewannen sie in Hamburg gemeinsam WM-Silber, und auch im Sand des Shiokaze Parks zu Tokio zeigen sie sich dieser Tage als glänzend eingespieltes Duo. Mit fünf Siegen bei nur einem Satzverlust sind sie ins Halbfinale des olympischen Turniers vorgedrungen, wo sie nun am Donnerstag auf die Europameisterinnen Johanna Heidrich/Anouk Vergé-Depré aus der Schweiz treffen.

          Zu diesem Zeitpunkt werden Laura Ludwig und Margareta Kozuch schon wieder auf dem Heimweg sein. Denn gemäß der 48-Stunden-Regel müssen ausgeschiedene Athleten binnen jener Frist das Land verlassen haben. Vor der Abreise haben sie freilich noch einen Termin: „Wir werden die Jungs nach vorne schreien“ kündigte Laura Ludwig für Mittwoch )14.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Olympia, in der ARD und bei Eurosport) an, wenn Julius Thole und Clemens Wickler als letzte Vertreter des deutschen Beachvolleyballs gegen die russischen Weltmeister Wjatscheslaw Krassilnikow und Oleg Stojanowski antreten.

          Ob sie selbst noch einmal einen Spielball bei Olympischen Spielen in die Hand nehmen wird, ließ Ludwig in Tokio zunächst im Ungefähren: „Paris ist eine schöne Stadt,“ sagte die Fahnenträgerin der diesjährigen Eröffnungsfeier zur Option Olympia 2024. Zunächst gilt ihr Blick der nahenden Heimat, und da überwiegt die Freude auf das Wiedersehen mit ihrem dreijährigen Söhnchen Teo den Ärger über das verfrühte Olympia-Aus. „Mein Herz weint schon, ich will nach Hause“, sagte die 35-Jährige, die sich seit ihrem Comeback auch als Vorkämpferin in der Doppelrolle als Mutter und Hochleistungssportlerin versteht. „Ich freue mich tierisch auf Teo: Das ist die andere Seite der Medaille“.

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