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Olympia 2016 : Deutsche Kanuten profitieren von Doping-Vergehen

  • -Aktualisiert am

Die Deutschen sind bei Olympia in Rio im Kanu wohl in allen Bootsklassen vertreten. Bild: Picture-Alliance

Wegen Dopings werden das Kanuteam aus Weißrussland und weitere Sportler von Olympia ausgeschlossen. Dadurch sind die Deutschen in Rio nun in allen zwölf Bootsklassen vertreten.

          Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) geht im Kanurennsport bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im August wohl nun doch in allen zwölf Bootsklassen an den Start. Nach F.A.Z.-Informationen bekam der Verband am Montag vom Internationalen Kanuverband (ICF) zwei zusätzliche Startplätze in den Canadier-Disziplinen zugesprochen. Die Plätze waren zuvor dem weißrussischen Verband aberkannt worden, weil dessen Herren systematisches Doping vorgeworfen wird.

          Wegen nachweislich mehrfacher Doping-Vergehen wurden am vergangenen Wochenende der komplette rumänische Verband sowie die weißrussischen Herren, vier Kasachen und ein Ungar von den Olympischen Spielen in diesem Jahr ausgeschlossen. Neben Meldonium soll in Einzelfällen auch das Wachstumshormon HGH und das Steroid Methasteron nachgewiesen worden sein.

          Die Weißrussen haben gegen die Sperre durch den ICF beim internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne Protest eingelegt. Eine Entscheidung wird an diesem Dienstag erwartet. Angesichts der erdrückenden Beweislage ist aber nicht zu erwarten, dass der Cas dem ICF in seinem Urteil widerspricht. Damit kann der deutsche Verband in Rio seinen Titel im Canadier-Zweier (C2) über 1000 Meter verteidigen und zusätzlich auch im C1 die 200 Meter-Distanz besetzen. „Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir jetzt nachrücken. Es spricht ja nur dafür, dass der Verband seine sauberen Sportler schützt“, kommentierte DKV-Präsident Thomas Konietzko die Entscheidung.

          Sebastian Brendel schrieb auf seiner Facebook-Seite schon am Dienstagmorgen, dass Jan Vandrey und er die Besetzung im C2 sein werden, und Stefan Kiraj im C1 an den Start geht. Die offizielle Entscheidung der sportlichen Leitung folgte am Dienstagnachmittag. Die Kanuten gelten in Rio de Janeiro wie auch in den vergangenen Olympia-Zyklen als deutscher Medaillengarant. Der DKV hat für Rio sechs Medaillen im Kanurennsport und zwei im Kanuslalom als Ziel ausgegeben.

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