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DFB-Frauen bei Olympia 2016 : Sorge um Laudehr trübt Freude über Sieg

  • Aktualisiert am

Simone Laudehr (rechts) wurde das Opfer der rüden Gangart der Spielerinnen aus Zimbabwe. Bild: Reuters

Die Fußballfrauen müssen sich das 6:1 zum Olympia-Start hart erarbeiten. Überschattet wird der deutsche Sieg über Zimbabwe allerdings von der Verletzung einer wichtigen Spielerin.

          Die deutschen Fußball-Frauen haben ihre olympische Gold-Mission mit dem erhofften Pflichtsieg begonnen. Gegen Außenseiter Zimbabwe gewann die DFB-Auswahl am Mittwoch (Ortszeit) in São Paulo mit 6:1 (2:0). Sara Däbritz (22.) und Alexandra Popp (36.) per Kopf, Melanie Behringer (53./78.), Melanie Leupolz (83.) und Zimbabwes Eunice Chibanda mit einem Eigentor (90.) trafen zum verdienten Sieg. Die Freude wurde aber durch die Verletzung von Mittelfeldspielerin Simone Laudehr getrübt. Die deutsche Nationalspielerin Simone Laudehr hat sich beim Olympia-Auftakt einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zugezogen. Das ergaben die Untersuchungen am späten Mittwochabend (Ortszeit) nach dem 6:1 zum Auftakt gegen Zimbabwe, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mitteilte.

          Ob die 30-Jährige beim olympischen Frauenfußball-Turnier noch einmal zum Einsatz kommen kann, blieb zunächst offen. Der DFB will nach eigenen Angaben zunächst den Heilungsprozess in den nächsten Tagen abwarten.

          Laudehr war in der Partie am Mittwoch (Ortszeit) in São Paulo nach einem Tritt auf den linken Knöchel früh ausgewechselt worden. Die bis dahin starke Mittelfeldspielerin musste von Betreuern gestützt und mit schmerzverzerrtem Gesicht in Richtung Ersatzbank humpeln. Bundestrainerin Silvia Neid kritisierte später in der ARD, Laudehr sei von den Afrikanerinnen „zusammengetreten“ worden. „Das ging dann nur noch auf die Knochen“, sagte sie zur Spielweise des Gegners. Neid merkte an, dass man das leider allzu oft erlebe, dass diese Gangart von Schiedsrichterinnen nicht geahndet werde. Bei Olympischen Spielen kommen zum Teil Unparteiische zum Einsatz, die wenig Erfahrung bei solchen Spielen mitbringen.

          Mit dem hart erarbeitet Auftakterfolg vor etwa 20.000 Zuschauern machte die DFB-Auswahl einen ersten Schritt in Richtung des ersehnten Finales im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro. Das Team übernahm die Führung in der Gruppe F des olympischen Frauenfußball-Turniers vor Kanada, das Australien mit 2:0 besiegt hatte. Die Nordamerikanerinnen sind am Samstag nächster Gegner.

          Silvia Neid schickte im Auftaktspiel ihres letzten Turniers als Bundestrainerin die gleiche Mannschaft aufs Feld, die zuvor im Testspiel Ghana mit 11:0 besiegt hatte. Die DFB-Elf war gegen den Weltranglisten-93. Zimbabwe von Beginn um Spielkontrolle bemüht, tat sich gegen robuste und leidenschaftliche Afrikanerinnen aber schwer.

          Die beiden größten Chancen hatte zunächst Laudehr mit einem Pfostenschuss (6.) und dann nach Vorlage von Anja Mittag (13.). Wenig später musste die 30-Jährige nach einem Tritt auf den Knöchel verletzt ausgewechselt werden, für sie kam Melanie Leupolz (19.). Kurz darauf wurden die Offensivbemühungen der Elf von Silvia Neid belohnt. Nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsan traf Sara Däbritz per Kopf (22.), Zimbabwes Torhüterin Magwede Lindiwe machte dabei keine gute Figur. Zwei Minuten später hätte Angreiferin Mittag beinahe zum 2:0 getroffen, ihr Schuss wurde abgefälscht.

          In der 36. Minute war es dann Stürmerin Alexandra Popp, die nach einer Flanke der eingewechselten Leupolz per Kopf auf 2:0 erhöhte. Zimbabwes Torhüterin sah dabei abermals nicht gut aus. Melanie Behringer traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einer weiteren Unsicherheit in der Abwehr Zimbabwes nur den Pfosten.

          Kurz nach Wideranpfiff erzielte Kudakwashe Basopo den umjubelten Anschlusstreffer für Zimbabwe. Torhüterin Almuth Schult konnte einen Schuss nur abklatschen, die Mittelfeldspielerin staubte aus kurzer Distanz ab (50.). Drei Minuten später stellte Behringer mit einem direkt verwandelten Freistoß den alten Abstand wieder her. Mit einem Foulelfmeter scheiterte Behringer später zunächst an Zimbabwes Torhüterin, verwandelte dann aber im Nachschuss (78.). Leupolz traf aus Nahdistanz zum 5:1 (83.), bevor Eunice Chibanda mit einem Eigentor per Kopf den Schlusspunkt setzte (90.).

          Erfolgreicher Auftakt in Brasilien: Die deutschen Fußballfrauen siegen.

          Die Frauen von Gastgeber Brasilien starteten zuvor mit einem verdienten Sieg. Der Südamerika-Meister besiegte in Rio de Janeiro in seinem Auftaktspiel China mit 3:0 (1:0). Abwehrspielerin Monica Hickmann brachte die Brasilianerinnen nach einem Torwartfehler per Kopf in Führung (36. Minute), Andressa Alves nach Vorlage von Marta (59.) und Cristiane (90.+1) erhöhten. Das Team von Trainer Vadão liegt punktgleich vor Schweden an der Spitze der Gruppe E. Die Skandinavierinnen hatten zuvor Südafrika mit 1:0 (0:0) besiegt.

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          In der deutschen Gruppe F gewann Kanada in São Paulo 2:0 (1:0) gegen Australien. Janine Beckie traf bereits nach 19 Sekunden zum 1:0 und erzielte damit das bislang schnellste Tor bei olympischen Frauen-Fußball-Turnieren, Christine Sinclair erhöhte auf 2:0 (80.). Danach übernahm Deutschland die Tabellenführung durch das 6:1 gegen Zimbabwe. In Gruppe G gewannen die Vereinigten Staaten 2:0 (1:0) gegen Neuseeland, während Frankreich sich mit 4:0 (3:0) gegen Kolumbien durchsetzte.

          Zimbabwe wehrte sich tapfer gegen den Favoriten aus Deutschland.

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