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Beachvolleyball : Ludwig/Walkenhorst baggern Gold aus dem Sand der Copacabana

Gold-Jubel: Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst nach dem Finale im Beach-Volleyball Bild: dpa

Sieben Spiele, sieben Siege, nur einen Satz abgegeben: Das deutsche Frauenduo Ludwig und Walkenhorst lässt im Beachvolleyball-Finale auch den brasilianischen Weltmeisterinnen keine Chance - und kontert damit Brasiliens Fußball-Idol Pelé.

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          Ganz oben, über der obersten Zuschauerreihe der Stahltribünen, die das Beachvolleyball-Stadion an der Copacabana bilden, haben sie Discolichter angebracht, die in den Nationalfarben leuchten. In den Farben der Spielerinnen, die sich unten in den Sand werfen, am Netz blocken, ins gegnerische Feld schmettern. Grün-gelb leuchteten die Lichter, wenn Agata und Barbara einen Punkt machten im Frauen-Finale am Mittwochabend. Noch sehr viel häufiger aber leuchteten die Lichter in rot und in einem merkwürdigen orange, das für gold durchgehen musste. Die dritte Leuchte blieb aus.

          Schwarz-rot-matschigorange eben, eine Trikolore in Lux. Denn in dieser Nacht am berühmtesten Strand der Welt wurden Laura Ludwig aus Berlin und Kira Walkenhorst aus Essen Olympiasiegerinnen im Beach-Volleyball. Damit konterten sie auch den großen Pele, der vor dem Finale sagte: „Ein Spiel um Gold zwischen Brasilien und Deutschland. Lasst uns beweisen, dass Fußball und Beachvolleyball Brasilien gehören.“ Nun gehört schon mal der Sand den Deutschen.

          Ein Angabefehler der Brasilianerinnen beendete eine bemerkenswert einseitige Partie, in der die Deutschen spätestens mit Gewinn des ersten Satzes die Kontrolle gewonnen hatten und zu keinem Zeitpunkt mehr hergaben. Noch vor dem Matchball verließen die in brasilianische Farben gehüllten Zuschauer in Scharen das Stadion. 21:19, 21:14 siegten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst.

          Neuauflage des Halbfinals

          Für die Deutschen lief das Finale fast auf replay – die Gemeinsamkeiten mit dem beeindruckenden Sieg im Halbfinale über das stärkste brasilianische Paar, Larissa und Talita waren frappierend. Insbesondere bei der Qualität der Aufschläge hoben sich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst von den Konkurrentinnen ab. Zwei Asse gelangen Laura Ludwig, eines Kira Walkenhorst – die Brasilianerinnen schafften nicht eines. Dazu kamen etliche Aufschläge, aus denen Punktgewinne für das deutsche Paar resultierten, insbesondere im überlegen geführten zweiten Satz.

          Kira Wlkenhorst (links) versucht den Ball am brasilianischen Block von Seixas de Freitas vorbei zu spitzeln.
          Kira Wlkenhorst (links) versucht den Ball am brasilianischen Block von Seixas de Freitas vorbei zu spitzeln. : Bild: dpa

          Schnell führten sie mit 6:1, mit 13:7 und selbst die noch einmal alles in ihre Anfeuerung legenden brasilianischen Zuschauer brachten die beiden Deutschen in keiner Weise aus dem Konzept. Kaum vorstellbar, wie der Weg durch den Sand zum Olympiasieg souveräner gestaltet werden könnte. „Klar, es war so laut, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte“, sagte Laura Ludwig nach dem Spiel. „Darauf muss man sich erstmal einstellen. Aber das ist uns gut gelungen. Wir sind ruhig geblieben, cool, haben uns nicht nervös machen lassen.“

          „Verdient gewonnen“

          Kann man so sagen. Ludwig/Walkenhorst spielten das Finale, wie sie das ganze Turnier gespielt haben. Sieben Spiele, sieben Siege, 14:1 Sätze – „ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben“, fand Laura Ludwig. „Als ich vor vier Jahren zugeschaut habe, als Julius Brink und Jonas Reckermann Olympiasieger wurden, habe ich gedacht: Cool, das will ich auch.“

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          Seit 2013 spielen Ludwig/Walkenhorst zusammen, der Olympiasieg ist Ergebnis eines langen Prozesses der Vorbereitung auf die eine Wettkampfwoche am Strand der Copacabana. „Die Steine, die uns in den letzten vier Jahren im Weg lagen, die wir als Team überwinden mussten, haben uns nur stärker gemacht“, sagte Kira Walkenhorst. Als die Discolichter ausgingen, schien der Vollmond über dem Atlantik, die Wellen rauschten an den Strand und ein kräftiger Wind bewegte die Palmen. Keine Steine mehr, nirgends.

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