https://www.faz.net/-hfn-8kc6z

Unfall bei Olympia in Rio : Kanu-Trainer Henze weiter in Lebensgefahr

  • Aktualisiert am

Nach einem schweren Unfall schwebt Kanu-Assistenzcoach Stefan Henze in Lebensgefahr. Bild: dpa

Bei einem schweren Verkehrsunfall wird Kanu-Assistenztrainer Stefan Henze lebensbedrohlich verletzt. Nun äußert sich der deutsche Olympia-Chefarzt zum Zustand.

          2 Min.

          Stefan Henze, Assistenztrainer der deutschen Slalom-Kanuten bei den Olympischen Spielen, ist bei einem schweren Verkehrsunfall in Rio de Janeiro lebensbedrohlich verletzt worden. Der 35 Jahre alte Disziplintrainer der Kajak-Frauen habe in der Nacht auf Freitag (Ortszeit) ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten, teilte der Deutsche Olympische Sportbund mit. „Es geht ihm nicht gut. Wir denken an Stefan Henze und wünschen ihm, dass er diesen Kampf gewinnt“, sagte der deutsche Chef de Mission Michael Vesper am Freitagabend (Ortszeit) im Deutschen Haus.

          Der Hallenser Henze hatte bei den Sommerspielen 2004 in Athen noch als Aktiver zusammen mit seinem Teamkollegen Marcus Becker Silber im Canadier-Zweier gewonnen. In den vergangenen zwölf Stunden habe sich der Zustand des 35-Jährigen nicht verändert, sagte der deutsche Olympia-Chefarzt Bernd Wolfarth am Samstagmorgen (Ortszeit). „Es ist eine sehr, sehr schwere Verletzung, ein lebensbedrohlicher Zustand, das muss man so sagen.“

          Angesichts des Vorfalls war die Stimmung im Deutschen Haus trotz der deutschen Olympia-Erfolge am siebten Wettkampftag gedämpft. „Normalerweise feiern wir hier“, sagte Vesper, bevor er über Henzes Unfall und die lebensbedrohlichen Verletzungen informierte. „Wir glauben, dass es in seinem Sinne ist, dass wir hier in einer ruhigen Form zusammenkommen und die sportlichen Erfolge besprechen“, sagte Vesper.

          Henze sei angesichts der Schwere seiner Kopfverletzungen in einer Klinik mit neurochirurgischer Spezialabteilung sofort notoperiert worden, erklärte der DOSB. Sein Zustand sei weiterhin „lebensbedrohlich“, hieß es. Nach Angaben des Spiegel wurde Henze zunächst in das nächstgelegene Krankenhaus Lourenco Jorge eingeliefert, das als Referenzklinik für Olympia ausgewiesen ist. Dort gebe es aber keine Abteilung für Neurochirurgie. Um fachgerecht behandelt zu werden, musste der schwer verletzte Deutsche in eine 20 Kilometer entfernte Klinik im Stadtteil Leblon gebracht werden. Bis zur Operation verging so wertvolle Zeit.

          Henze (links) holte bei Olympia 2004 in Athen mit Marcus Becker Silber im Canadier-Zweier.

          Bei dem Unfall saß Christian Käding, ein weiterer Teambetreuer der Slalom-Kanuten, mit im Auto. Er hatte die deutschen Stangen-Paddler bei den am Donnerstag zu Ende gegangenen Olympia-Wettkämpfen als Sportwissenschaftler unterstützt. Nach Angaben des Organisationskomitees waren die beiden mit dem Taxi unterwegs auf dem Weg zurück ins olympische Dorf. Käding sei leicht verletzt bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, hieß es in dem DOSB-Statement. Ihm gehe es „den Umständen entsprechend gut“.

          Der Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes, Lutz Buschkow, sagte zu dem Unfall: „Das ist schon sehr bedenklich. Die Olympia-Mannschaft hofft und drückt die Daumen mit, dass er möglichst schnell auf den Weg der Besserung kommt.“ Auf die Frage nach Konsequenzen sagte der auch als Wassersprung-Bundestrainer fungierende Buschkow, innerhalb seiner Mannschaft werde es so sein, dass der Shuttle des Deutschen Hauses genutzt werde.


          Holen Sie sich Olympia-News über Facebook Messenger

          Sie wollen keine wichtigen Nachrichten verpassen und interessante Hintergrundinfos aus Rio erhalten? Dann melden Sie sich jetzt hier an:

          So geht’s!

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Abstrich zur Corona-Analyse: Ein Mann lässt sich in Köln auf den Erreger Sars-CoV-2 testen.

          Engpass vor dem „Exit“ : Teste mich, wer kann

          Die Ärztekammer verlangt, dass viel mehr Menschen auf Corona getestet werden – doch der Verband der Laborärzte hält das für nicht machbar. Scheitert der „Exit“ an der Labor-Logistik?
          Beruft sich auf Hannah Arendt und die „Barbarei der modernen Welt“: Alain Finkielkraut

          Französische Kontroverse : Die Niederlage der Denker

          Wir bleiben eine Zivilisation: Der französische Philosoph Alain Finkielkraut geht mit Äußerungen von Giorgio Agamben und Peter Sloterdijk zur Corona-Krise hart ins Gericht.
          Eine der zentralen Aufgaben in der Küche: Gemüse und anderes mit dem Messer zerkleinern.

          Kochen für Anfänger : Da kocht was hoch

          Restaurants sind geschlossen, Supermärkte haben geöffnet, und die Menschen verbringen ihre Zeit zu Hause. Wer noch nicht kochen kann, sollte es jetzt lernen. Diese Werkzeuge sollte jeder Hobbykoch in der Küche haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.