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Judo in Rio : Aus im Würgegriff

  • Aktualisiert am

Aus mit Würgegriff: Luise Malzahn (vorn) verpasst Bronze Bild: AFP

Keine zweite Judo-Medaille für Deutschland: Nach Bronze für Laura Vargas Koch am Vortag verpassen Luise Malzahn und Karl-Richard Frey den dritten Platz.

          2 Min.

          Die deutschen Judokas haben bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro knapp ihre zweite Bronze-Medaille verpasst. Sowohl Vize-Weltmeister Karl-Richard Frey als auch die EM-Dritte Luise Malzahn verloren am Donnerstag in Rio de Janeiro ihre Kämpfe um Platz drei. Die 26 Jahre alte Malzahn unterlag in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm der Slowenin Anamari Velensek, Frey scheiterte in der Kategorie bis 100 Kilogramm am Franzosen Cyrille Maret.

          Im entscheidenden Duell um die Medaille kämpfte Malzahn mit hochrotem Kopf zwar gegen die Würgetechnik ihrer Konkurrentin an, am Ende beendete der Schiedsrichter den Kampf jedoch. „Es war schon eine Riesen-Sache, dass ich überhaupt um die Medaillen mitkämpfen konnte“, sagte sie. „Aber ich bin bis hierhin gekommen, ich wollte das Ding nach Hause bringen und bin daher schon sehr, sehr traurig.“

          Medaillenkandidat Frey blieb gegen Maret im Kampf um Bronze ebenfalls ohne Chance und verlor durch eine Ippon-Wertung nach gut zwei Minuten. Noch vor den ersten Interviews ging der Modellathlet enttäuscht in den Knie und rieb sich die Augen.

          Ihre Kämpfe in der Hoffnungsrunde hatten beide Judokas durch eine große Ippon-Wertung gewonnen, die den Kampf sofort beendet. Frey sprang nach dem entscheidenden Wurf erleichtert auf, jubelte befreit und klopfte sich mit der Hand auf die Brust - doch am Ende blieb nur Frust. Im Judo werden in jeder Gewichtsklasse zwei Bronze-Medaillen vergeben.

          Aus für Karl-Richard Frey
          Aus für Karl-Richard Frey : Bild: Reuters

          Zuvor hatten beide ihre Viertelfinals verloren und damit die Chance auf Gold oder Silber verpasst. Malzahn unterlag der Brasilianerin Mayra Aguiar, Vize-Weltmeister Frey verlor gegen den Ukrainer Artem Bloschenko. „Eine Bronze-Medaille wäre ein großer Erfolg. Damit wäre ich sehr zufrieden“, hatte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), Peter Frese, vor den entscheidenden Kämpfen gesagt.

          Der 25 Jahre alte Frey ließ sich im Viertelfinale auskontern und kassierte gleich mehrere Wertungen gegen sich. „Leider hatte er das schlechtere Ende für sich“, urteilte Frese. Der Leverkusener Frey war bei seinen ersten Olympischen Spielen in seiner Klasse an Position fünf gesetzt.

          Malzahn verlor in der Runde der besten Acht gegen die Brasilianerin Aguiar durch einen Strafpunkt. „Sie hat ordentlich gekämpft und einen dummen Fehler gemacht“, sagte Frese. Zuvor hatte die Judoka ihren Auftaktkampf gegen die Polin Daria Pogorzelec gewonnen. Die Polizeikommissarin aus Halle/Saale war bei ihren ersten Olympischen Spielen in der Klasse bis 78 Kilogramm an Position sechs gesetzt.

          Insgesamt starten in Rio 13 deutsche Judokas. An den ersten vier Wettkampftagen waren alle deutschen Athleten in Runde eins oder zwei gescheitert. Laura Vargas Koch hatte am Mittwoch mit Bronze die erste Judo-Medaille geholt.


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