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Hockeyspielerin Anne Schröder : Zockerin für die wichtigen Momente

  • -Aktualisiert am

„Wächst regelmäßig über sich hinaus“, sagt der Bundestrainer über Anne Schröder. Bild: EPA

Von Rüsselsheim nach Tokio: Anne Schröder ist zu einem zentralen Element des deutschen Hockey-Nationalteams gereift. Bei Olympia in Tokio soll nun die Krönung folgen.

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          Anne Schröder hat die Lizenz zum Zocken. Sie soll es auch mal mit zwei, drei Gegenspielerinnen gleichzeitig aufnehmen. Soll dribbeln, tricksen, überraschen, Räume erobern, die verstellt erscheinen. Weil sie es kann. Weil sie mitreißend wirken kann auf die deutsche Nationalmannschaft. Weil sie diese Genialität hat am Stock, wie man im Hockey-Jargon sagt, die technische Extraklasse, die Gegner zermürben und Kolleginnen ermuntern kann.

          Zu sagen, das olympische Wohl der deutschen Nationalmannschaft hänge von der Verfassung von Anne Schröder ab, ginge zu weit. Aber wenn die 26 Jahre alte Weltklassespielerin regelmäßig ihre Fähigkeiten einbrächte, mit ein, zwei Aktionen ein Spiel entscheiden zu können, hülfe das dem ambitionierten deutschen Team sehr.

          „Ich kann dem Team viel geben“

          Nach dem etwas überraschenden Gewinn der Bronzemedaille 2016 in Rio, an dem Anne Schröder als Stammkraft beteiligt war, ist die deutsche Damen-Auswahl nach Tokio gereist mit der klaren Ambition, eine Medaille zu gewinnen. Mit Anne Schröder als Führungskraft. „Diese Rolle gibt mir viel, und ich kann dem Team viel geben“, sagt die in Mainz aufgewachsene Athletin, die sportlich ein Produkt der Jugendarbeit des Rüsselsheimer RK ist.

          Das seit Jahren größte RRK-Talent Pauline Heinz ist in Tokio als Ersatzakkreditierte dabei, rutscht nur bei einem Ausfall in den Kader. Anne Schröder kennt die 20-Jährige noch aus Zeiten auf der Anlage am Sommerdamm, als diese dort bei den „Mini“-Teams herumsprang. In der Mannschaft, die 2004 in Athen Olympiasieger wurde, waren damals drei Rüsselsheimerinnen. Sie waren Anne Schröders inspirierende Vorbilder zum Anfassen. Ehe die Hochveranlagte selbst durchstartete – erst im Heimatklub und dann beim Club an der Alster in Hamburg, bei einer Topadresse hierzulande.

          Wichtigstes Schaufenster

          Anne Schröder hat von den Juniorinnen-Auswahlteams bis zur Nationalmannschaft schon an diversen großen Turnieren teilgenommen, hat schon viele Teams mit ihren jeweiligen speziellen Strukturen und Schwingungen erlebt. Den aktuellen Olympiajahrgang – die Spiele sind im Hockey und für das Hockey das mit Abstand wichtigste Schaufenster – beschreibt die 178-malige Nationalspielerin (25 Tore) als „homogen und harmonisch mit einigen eher introvertierten Spielerinnen. Wir sind weder alt noch jung, und so sind viele Spielerinnen spielerisch und athletisch auf der Höhe ihrer Fähigkeiten. Dazu kennen wir uns lange durch einige gemeinsame Turniere, sind sehr gut eingespielt.“

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          Dass es nicht zu ruhig und harmonisch wird, dazu haben sie Anne Schröder. Motivation und Emotion einzuspeisen ins Gefüge, zählt sie zu ihren Aufgabengebieten. Verbal auch mal aufrütteln, wider den Trott, auch mal polarisieren – „es liegt in meiner Natur, die Dinge zu hinterfragen. Die Rolle ist natürlich nicht immer hoch angesehen“, sagt sie schmunzelnd.

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