Das stärkere Geschlecht bei Olympia
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Aline Rotter-Focken holte sich die Goldmedaille im Ringen in Tokio. Bild: Reuters
Männliche deutsche Olympiasieger sind zu einer Seltenheit geworden. Die Ermunterung und die Selbstermächtigung der Frauen zeigen im deutschen Sport erfreuliche Wirkung.
Ronald Rauhe hat an diesem Samstag im Vierer-Kajak die Goldmedaille gewonnen, mit einem faszinierenden Schlussspurt in einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieser Sieg zusammen mit Schlagmann Max Rendschmidt sowie Tom Liebscher und Max Lemke ist ein deutscher Höhepunkt am Schluss-Wochenende von Tokio. Nicht nur, weil es ein packendes Rennen war. Sondern auch, weil deutsche Olympiasieger, zumindest in männlicher Version, im Sommer 2021 zu einer Seltenheit geworden sind. Man kann fast sagen: zu einer vom Aussterben bedrohten Spezies.
In Tokio hatten es bis dahin nur zwei deutsche Männer geschafft, die weltweite Konkurrenz hinter sich zu lassen: der Tennisspieler Alexander Zverev und der Schwimmer Florian Wellbrock. Zwei Exemplare, die in mancherlei Hinsicht hervorstechen. Zverev ist der erste männliche Olympiasieger dieses Landes im Tennis überhaupt, Wellbrock beendete eine seit 1988 währende goldene Durststrecke im Schwimmen. Zverev, Wellbrock und nun der Vierer-Kajak um Rauhe sind bei diesen Spielen so etwas wie die Ausnahme von der männlichen Regel.
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