https://www.faz.net/-hfn-ad64y

Dressurreiterin Schneider : Mit Showtime beim Tanz durchs Viereck

  • -Aktualisiert am

Perfekte Harmonie: Dorothee Schneider und Showtime in Kronberg Bild: Imago

Beim Schafhof-Dressurfestival kann Dorothee Schneider nach eigenen Verletzungen und dem Tod eines Pferdes wieder wie gewohnt antreten. Die Reiterin und ihr Pferd sind in Olympia-Form.

          2 Min.

          Die körperlichen Schmerzen sind vergangen. „Ganz normal“ fühlt sich für Dorothee Schneider zwar alles noch nicht wieder an, nachdem die Dressurreiterin sich vor zwei Monaten das Schlüsselbein brach und eine Rippenprellung zuzog. „So ein Knochen muss ja heilen“, sagt die 52-Jährige dazu. Doch der Genesungsprozess erlaubt es der Gestütsleiterin aus dem rheinland-pfälzischen Framersheim wieder, mehrere Pferde am Tag zu reiten.

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Beim Schafhof-Dressurfestival am Wochenende in Kronberg konnte die leidenschaftliche Ausbilderin somit wieder in Prüfungen auf unterschiedlichstem Niveau antreten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand auf der Anlage der Familie von Team-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff die zweite und entscheidende Sichtung für die Spiele in Tokio. Schneider, die als Mitglied des Frankfurter Turnierstalls Schwarz-Gelb in Hessen als Lokalmatadorin auftrat, hatte sich für diese, die ihre dritten nach London und Rio sein werden, mit dem treuen Showtime schon bei den deutschen Meisterschaften in Balve nachdrücklich empfohlen.

          Ein zweiter Platz im Grand Prix am Freitag, bei dem sie mit dem 15 Jahre alten Wallach 81,522 Prozent und damit einen neuen gemeinsamen Bestwert erreichte, sowie ein dritter Platz im Spécial am Sonntag mit 82,575 Prozent zeugten, trotz jeweils eines Fehlers, von zwischenzeitlicher Leistungssteigerung. Ergänzt wurde das Resultat durch zwei zweite Plätze in der Kür-Tour mit Faustus, der sich als Ersatz anbieten würde, sollte sein Stallgefährte vor dem Abflug nach Asien ausfallen. Beide Vierbeiner werden die Quarantäne in Aachen antreten, die vom 6. Juli an auf die Pferde wartet, die für den Flug nach Tokio infrage kommen. Abheben wird eine Woche später aber nur einer davon.

          Ein „beängstigendes“ Level

          Vorher wird Showtime kürzertreten. Auf der Wiese herumtollen und etwas „joggen“, um das konditionelle Niveau zu halten, ist für den Routinier eher angesagt als schweißtreibendes Lektionenüben. Zwar weiß Schneider genau, woran sie arbeiten muss, um ihn beim Tanz durchs Viereck perfekt zum Glänzen zu bringen. Doch nach dem kurzen Anlauf, den die beiden nach der verletzungsbedingten Zwangspause der Reiterin hatten, um wieder zu früherer Harmonie zu finden, soll „Showi“ ein bisschen runterkommen dürfen, bevor es ans finale Feilen an der Olympiaform geht.

          Diese sieht Bundestrainerin Monica Theodorescu bei dem Trio, das das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei am Sonntag dem Deutschen Olympischen Sportbund zur Nominierung vorschlug – neben Schneider die sechsmalige Goldmedaillengewinnerin Isabell Werth aus Rheinberg mit Bella Rose und Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) mit Dalera – schon fast erreicht. Das in Kronberg gezeigte Level sei für diesen frühen Zeitpunkt „beängstigend“, bilanzierte die Fachfrau.

          Von außen gesehen, scheint für Schneider alles bestens zu sein. Doch wenn sie, wie an diesem Wochenende mehrmals, zu einer Siegerehrung einreitet, schweifen ihre Gedanken zu den furchtbaren Momenten im April in Pforzheim, als ihre Stute Rock’n Rose zu Beginn der Ehrenrunde vermutlich an einem Aortenabriss starb und sie selbst schwer stürzte. Noch sensibler als zuvor reagiert die feinfühlige Reiterin jetzt, wenn eines ihrer Pferde den Kopf seitlich nach unten absenkt. „Die Zeit heilt alle Wunden“, betont sie. Doch die in ihrer Seele werden vielleicht nie verschwinden.

          Weitere Themen

          Es wird schwerer als gegen Piräus

          Eintracht beim VfL Bochum : Es wird schwerer als gegen Piräus

          Nach dem Festtag in der Europa League will die Eintracht in der Bundesliga in Bochum nachlegen. Doch die Frankfurter plagen Verletzungssorgen – und die Gewissheit, in dieser Saison unbeständig zu sein.

          Topmeldungen

          Joints in einer Marihuana-Apotheke in Montana im November 2020

          Legalisierung in den USA : Millionen Steuern aus dem Marihuana-Geschäft

          Fast die Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten erlaubt das Kiffen. Das konnte zwar nicht alle Probleme lösen. Doch einige Staaten profitieren von der Legalisierung – etwa indem sie mehr Geld für Schulen einnehmen.
          Auf dass es Licht werde: Barcelonas Camp Nou, eingehüllt in dunkle Wolken.

          Clásico in Spanien : Die große Suche bei Barça und Real

          Ansu Fati, Pedri und Gavi auf der einen, Camavinga, Rodrygo und Vinícius Júnior auf der anderen Seite: Beim ewigen Duell soll die hochbegabte Jugend ausspielen, wem eine grandiose Zukunft gehört.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.