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Olympia in Rio : Drama um Ringer-Weltmeister Stäbler

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Wieder wird es nichts mit der Olympia-Medaille: Ringer Frank Stäbler in Rio de Janeiro. Bild: dpa

Frank Stäbler gab vier Jahre lang alles für diesen einen Tag in Rio. Nach Platz fünf bei Olympia in London wollte der Ringer nun den Sieg. Doch ein verheimlichtes Handicap ist zu groß für Stäbler.

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          Ungläubig und mit schmerzverzerrtem Gesicht saß Frank Stäbler einsam auf der Matte. Gerade war sein Traum vom Olympiasieg vorbei. Später in der Hoffnungsrunde war dann auch die Bronze-Medaille futsch. Der mit einem Irokesen-Haarschnitt antretende Weltmeister verließ humpelnd und gestützt von Bundestrainer Michael Carl und Heimtrainer Andreas Stäbler die Halle. Was niemand in der Öffentlichkeit wusste: Der 27-jährige Ringer aus Musberg ging am Dienstag trotz einer schweren Verletzung an den Start. „Wir wollten das nicht thematisiereren, aber das Handicap mit seiner Verletzung war zu groß“, sagte Sportdirektor Jannis Zamanduridis.

          Stäbler hatte sich beim Abschlusstraining vor mehr als einer Woche in Burghausen das Syndesmoseband gerissen und das Außenband angerissen. So hatte er auch beim Gewichtmachen in den vergangenen acht Tagen enorme Probleme. Denn beim Abspecken von insgesamt acht Kilogramm, die er bis zum Abend beim Wiegen vor dem Wettkampf weg haben muss, konnte er diesmal nicht joggen. Da war selbst die nach dem Wiegen eingenommene, selbstgemachte Fleischbrühe mit Nudeln von der Mama nur ein schwacher Trost. „Frank hat Unmenschliches geleistet. Unglaublich, dass er überhaupt antreten konnte. Jeder Fußballer würde mit dieser Verletzung drei Monate ausfallen“, meinte Stäblers Manager Jens Zimmermann.

          Ausgerechnet von seinem Weltmeister-Vorgänger, dem Serben Davor Stefanek, wurde er am Dienstag im Viertelfinale gestoppt. Sein Dauerrivale gewann in der Kategorie bis 66 Kilogramm mit 6:2. Selbst ein Protest von Stäbler bei einer umstrittenen Wertung wurde abgeschmettert. „Wir haben alles versucht, auch mit dem Protest. Doch da sind zwei absolute Weltklasseleute aufeinander getroffen, diesmal hatte der Serbe das bessere Ende für sich“, betonte Zamanduridis. Zuvor hatte sich Stäbler schon gegen den Litauer Edgaras Venckaitis schwer getan und nur mit Mühe einen 3:2-Sieg geschafft.

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          Doch da der Serbe souverän das Finale erreichte, durfte Stäbler in der Hoffnungsrunde weiterringen. Zuvor erhielt er noch Spritzen wegen der höllischen Schmerzen. Aufgeben kam für ihn nicht in Frage. Schon bei der Weltmeisterschaft 2013 in Budapest hatte Stäbler trotz einer klaffenden Wunde am Kopf weitergekämpft - mit einem getapten Kopfverband holte er WM-Bronze. In der Olympia-Hoffnungsrunde aber verlor Stäbler, der in Rio von 15 Freunden und Familienmitgliedern angefeuert wurde, gegen den Japaner Tomohiro Inoue mit mit der letzten Wertung. Ein Sieg hätte ihm den Bronze-Kampf gegen den Georgier Shmagi Bolkwadse beschert.

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