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Kritik an Marathon-Zwillingen : „Es wirkte, als absolvierten sie einen Volkslauf“

  • Aktualisiert am

Große Freude beim Zieleinlauf: Lisa und Anna Hahner jubeln über Platz 81 und 82 bei Olympia – und ernten dafür Kritik. Bild: Reuters

Der deutsche Leichtathletik-Verband hat die Leistung von Lisa und Anna Hahner beim Marathon in Rio scharf kritisiert. Auf Platz 81 und 82 glücklich Hand in Hand ins Ziel einzulaufen sei „respektlos“ gegenüber anderen Athleten.

          Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat scharfe Kritik am Marathon-Auftritt der Hand ins Hand ins Ziel gelaufenen Zwillinge Lisa und Anna Hahner bei den Rio-Spielen geübt. „Die Hahner-Zwillinge Lisa und Anna beendeten ihr olympisches Marathon-Rennen mit mehr als 21 Minuten Rückstand auf die Siegerin, mit mehr als 15 Minuten über ihren Bestleistungen auf Platz 81 und 82“, sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen am Montag. „Es wirkte so, als absolvierten sie einen Volkslauf und nicht die olympische Entscheidung.“

          Wenn Platzierung und Zeit bei einem olympischen Wettbewerb, wie die beiden Athletinnen unmittelbar nach dem Zieleinlauf formulierten, in den Hintergrund treten, „dann ist das respektlos und ein Schlag ins Gesicht aller anderen Athleten der deutschen Olympiamannschaft“, schimpfte Kurschilgen. „Einen olympischen Lorbeer haben sich die Hahner-Zwillinge mit ihrem Auftritt und ihren Leistungen nicht verdient. Hand in Hand geht man spazieren, aber nicht über eine olympische Marathon-Distanz.“

          Die Regensburgerin Anja Scherl kam als 44. in 2:37:23 Stunden als beste Deutsche an – und sank erst mal zu Boden, wo sie minutenlang liegen blieb. „Die Erschöpfung war doch groß, aber ich habe mich schnell wieder gefangen“, sagte die 30-jährige Regensburgerin später. Die Software-Entwicklerin ist voll berufstätig, hat einen 40-Stunden-Job und gilt als Entdeckung des Jahres in der deutschen Laufszene. „Ein gigantisches Erlebnis“, sagt sie. Auch DLV-Disziplintrainerin Katrin Dörre-Heinig lobte: „Anja hat sich sehr gut verkauft, sie ist ja neu im Metier.“

          Lisa und Anna Hahner kamen Hand in Hand ins Sambódromo – als 81. und 82. und nach 2:45:32 Stunden. „Mein rechtes Bein hatte zugemacht“, klagte Anna. „Meine Beine waren nicht so toll von Anfang an“, sagte Lisa. „Aber die Stimmung war grandios.“  Insgesamt seien sie nur drei oder vier Kilometer zusammengelaufen, ein paar hundert Meter vor dem Ziel fanden sie sich jedoch wieder.

          „Wir hatten gehofft, dass wir einen Tick schneller laufen, aber die Zeit ist während des Rennens in den Hintergrund gerückt“, sagte Anna.

          „Es war nicht mehr zu erwarten“, sagte Dörre-Heinig zu den Zeiten. Sie sieht ebenso wie ihr Mann Wolfgang, der frühere Heimtrainer der Hahners, die PR-Offensive der Läuferinnen sehr kritisch. „Die Ablenkung war viel zu groß.“ Nach ihrem Marathon-Lauf wollten sich die Hahner-Zwillinge dazu am Montag nicht öffentlich äußern. „Wir lassen das unkommentiert“, sagte Manager Thomas Dold.

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