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Handball : Torhüter Wolff glänzt beim Sieg gegen Slowenien

Bild: dpa

Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel haben die deutschen Handballer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro das Viertelfinale erreicht. Gegen Slowenien bewies der Europameister Moral. Nun geht es gegen Ägypten um den Gruppensieg.

          1 Min.

          Im Frühjahr hat Andreas Wolff den Kollegen Manuel Neuer in München besucht. Der Austausch hat, wie man nun sieht, Früchte getragen. Am Samstag zeigte der Torwart der deutschen Handballauswahl in Rio, dass er auch einen glänzenden Fußballtorwart abgäbe. Beim 28:25-Sieg gegen Slowenien spurtete er kurz vor der Pause, nach einem misslungenen Überzahlspiel mit sieben Feldspielern, von der Bank zurück aufs Feld – und wehrte den Weitwurf eines Slowenen in Richtung des leeren deutschen Tores im Tiefflug in der Manier eines Fußball-Keepers, der einen Elfmeter hält, knapp vor der Linie glänzend ab. Von den brasilianischen Zuschauern, die sich im Fußball besser auskennen als im Handball, gab es stürmischen Sonderbeifall.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Statt in dieser Szene 9:12 in Rückstand zu geraten, schaffte der Europameister binnen zwei Minuten den Ausgleich zum 11:11. Und nachdem man lange mit dem flinken Pass- und Laufspiel der physisch unterlegenen Slowenen nicht zurechtgekommen war, bekam das deutsche Team die Partie Anfang der zweiten Halbzeit durch fünf Tore in Folge vom 12:14 zum 17:14 in den Griff.

          Obenauf: Fabian Wiede und die deutschen Handballer besiegen Slowenien
          Obenauf: Fabian Wiede und die deutschen Handballer besiegen Slowenien : Bild: AFP

          „Die Abwehr war der Grundstein“, sagte Steffen Weinhold über die gegenüber der 30:33-Niederlage gegen Gastgeber Brasilien vor allem in der zweiten Hälfte deutlich verbesserte Defensivarbeit. „Das hat Spaß gemacht, weil wir einen Schritt weiter sind“, sagte der Rückraumspieler. Nach dem dritten Erfolg in vier Spielen hat das Team die Qualifikation für das Viertelfinale so gut wie sicher.

          Uwe Gensheimer, mit sieben Treffern, darunter vier verwandelten Siebenmetern, bester Werfer der Partie, erklärte, der Sieg sei „hoch einzuschätzen“, weil die zuvor ungeschlagenen Slowenen den „bisher besten Handball des Turniers“ gezeigt hätten. „In der zweiten Halbzeit haben wir das gut gemacht und ihre Anspiele an den Kreis verhindert“, fand der Linksaußen.


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          Wenn doch mal ein Gegner frei zum Wurf kam, war da immer noch Wolff, der laut Sportdirektor Bob Hanning „jetzt richtig im Turnier drin ist“. Laut Weinhold habe der Torwart „einige mental wichtige Bälle“ gehalten, „die uns schnelle Tore gegeben haben“.

          Bis zur Topleistung aller im Team fehlt allerdings noch ein Stück, findet Abwehrmann Finn Lemke: „Da ist noch Luft nach oben“. Er hat die beste Aussicht, um die Luft da oben zu beurteilen. Lemke ist 2,10 Meter groß.

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