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Reiten bei Olympia in Rio : ARD entschuldigt sich für beleidigende Sprüche

  • -Aktualisiert am

Julia Krajewski wurde auf der schweren Geländestrecke nach drei Verweigerungen disqualifiziert. Bild: AFP

Kommentator Carsten Sostmeier vergaloppiert sich und begleitet den Ritt von Debütantin Julia Krajewski mit ungehörigen Worten. Nun reagiert die ARD auf die Aussagen. Auch Sostmeier spricht über seinen Fauxpas.

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          Die ARD hat sich für die beleidigenden Sprüche ihres Kommentators bei der Übertragung des Vielseitigkeits-Geländeritts entschuldigt. Reitsport-Experte Carsten Sostmeier hatte in seiner Live-Reportage besonders den Auftritt der deutschen Debütantin Julia Krajewski im Cross Country mit ungehörigen Worten begleitet. „Der Kommentar war völlig unangemessen“, sagte Gerd Gottlob, der Olympia-Teamchef der ARD. „Es wird ein Gespräch mit ihm geben. Ich verspreche, dass das nicht wieder vorkommen wird und entschuldige mich dafür.“

          Evi Simeoni
          (oni.), Sport

          Sostmeier hatte der 27 Jahre alten Reiterin, die auf der schweren Geländestrecke nach drei Verweigerungen disqualifiziert wurde, unter anderem Feigheit unterstellt. („Sie hat einen braunen Strich in der Hose.“) Sostmeier reagierte betroffen auf die Vorwürfe: „Es liegt mir fern, Sportler beleidigen zu wollen. Wenn das so angekommen sein sollte, dann kann ich mich nur aus tiefstem Herzen dafür entschuldigen.“ Viele Zuschauer machten ihrer Empörung in den Netzwerken des Internet Luft.

          Mit ihrem Pferd Samurai du Thot war Julia Krajewski, die nach den Spielen als Bundestrainerin der Junioren und Ponyreiter arbeiten wird, kurzfristig ins Team gerückt als Ersatz für den Warendorfer Andres Ostholt, dessen Pferd So is et eine leichte Verletzung hinter sich hatte.

          Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski nimmt erstmals an den Olympischen Spiel teil.
          Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski nimmt erstmals an den Olympischen Spiel teil. : Bild: dpa

          Die Deutsche Reiterliche Vereinigung reagierte mit einer Stellungnahme, in der sie Sportchef Dennis Peiler zitierte: „Bei aller Fachkenntnis von Herrn Sostmeier und seiner Nähe zum Reitsport – in seinem Kommentar hat er sich klar vergaloppiert. Das war unsportlich. Und es war beleidigend gegenüber Julia Krajewski.“ Sie zähle zu den größten deutschen Talenten und habe im Vorfeld bewiesen, dass sie den Anforderungen der Olympischen Spiele gewachsen sei. „Der gestrige Wettbewerb hat gezeigt, dass auch Reiter, die zu den Erfahrensten und Etabliertesten der Welt zählen, nicht ohne Probleme durch den Kurs gekommen sind. Dass eine junge Sportlerin auf diesem Terrain auch Fehler machen kann, ist mehr als menschlich.“

          Auch Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Mannschaft, nahm die Reiterin in Schutz: „Unter unseren 423 Athletinnen und Athleten gibt es zahlreiche junge Sportler, die zum ersten Mal bei den Spielen antreten. Jeder, der selbst Sport getrieben hat, weiß, dass man vor allem die Jungen im Team unterstützt, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Auf keinen Fall darf man sie verächtlich machen, sondern gerade sie verdienen Respekt für ihre Leistungen, die sie überhaupt nach Rio gebracht haben.“


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