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Beachvolleyball-Duo : Wenn Laura lacht

Sieg nach harter Arbeit: Laura Ludwig (vorne) und Margareta Kozuch Bild: Reuters

Sie ist die Olympiasiegerin von 2016 und brennt auch mit neuer Partnerin immer noch vor Ehrgeiz und Spielfreude. Wer Laura Ludwig beim Beachvolleyball zusieht, weiß stets, wie es steht.

          3 Min.

          Kurz vor Ende des ersten Satzes kehrte das Lachen von Laura Ludwig zurück. Beim Stand von 16:12 zugunsten des deutschen Teams gegen Miki Ishi und Megumi Murakami zeigte die Olympiasiegerin von 2016 mal wieder ihre fröhliche und zugleich gewinnbringende Seite, für die sie neben ihrem überragenden Können auf dem Beachvolleyballfeld bekannt ist und von den Fans geliebt wird. Mit 21:17 ging der Satz dann einigermaßen glatt an Laura und ihre Partnerin Margareta Kozuch.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Anfang des zweiten Satzes war das Lächeln aber kurzzeitig wieder verblasst. Die Japanerinnen führten 7:4, und Ludwigs Miene auf der Ersatzbank beim Time-Out sprach dafür, dass es immer noch nicht ganz rund läuft bei dem deutschen Spitzenduo. Seit 2019 spielen die beiden Mittdreißigerinnen Ludwig und Kozuch zusammen, aber noch sind die zehnmalige Beachvolleyballerin des Jahres und die 336-malige Hallennationalspielerin nicht so eingespielt, wie sie es sich wünschen würden.

          Margareta Kozuch hat unterm Hallendach sehr viel erreicht, gewann als Kapitänin EM-Medaillen mit dem deutschen Nationalteam und tingelte als angesehene Diagonalangreiferin auf der Königinnenposition des klassischen Spiels durch die Volleyball-Welt. „Maggie“, wie sie allgemein in der Szene genannt wird, spielte für Topklubs in Italien, Russland oder China und gewann 2016 zur Krönung ihrer Laufbahn sogar die Champions League mit ihrem italienischen Team aus Casalmaggiore.

          Dann wechselte sie, mutig wie sie ist, die Disziplin. Im Sand ist die 1,88 Meter große Hamburgerin nun auch im fünften Sommer noch immer eine Lernende – zumindest, wenn das hohe Niveau von Laura Ludwig als Maßstab angesetzt wird. Die Rollenverteilung im Team ist somit klar: Laura Ludwig, mit ihrer kongenialen Partnerin Kira Walkenhorst nicht nur Olympiasiegerin von 2016, sondern auch Welt- und Europameisterin, gibt die Leitfigur, Teamchefin, Taktikerin und emotionale Leaderin. Die Abwehrspezialistin dirigiert ihre Partnerin am Netz, und dies als gebürtige Berlinerin durchaus auch mal mit deftigen Worten: „Wenn er scheiße ist, hau ab“, trichterte sie ihrer Partnerin während einer Auszeit gegen Ishi/Murakami ein, was übersetzt in etwa hieß: Wenn von drüben kein harter Schmetterschlag zu erwarten ist, musst du nicht am Netz rumstehen, sondern kannst ein paar Schritte zurück gehen, um für den anschließenden Angriff bereit zu sein.

          Margareta Kozuch, mit dem bewundernswerten Gemüt eines tibetanischen Yogis gesegnet, versteht sich trotz ihrer früheren Erfolge noch immer als Lehrling, saugt auf, was sie kriegen kann, und steigert sich im Laufe des Spiels wie auch des Turniers. Was dafür sorgt, dass sie im entscheidenden Moment auch mal mit mutigen Schmetter- und Blockaktionen ihre Größenvorteile ausspielt.

          Zum Auftakt hatten Ludwig/Kozuch gegen das Schweizer Spitzenduo Tanja Hüberli und Nina Betschart nach wechselhaftem Spiel knapp 1:2 (25:23, 20:22, 14:16) verloren. Gegen die Außenseiterinnen Ishi/Murakami gewannen sie nun nach ebenso flatterhaften Schwankungen 2:0 (21:17, 22:20). Und da sie das für Mittwoch angesetzte dritte Match gegen Marketa Slukova und Barbora Hermannova wegen einer Corona-Infektion im tschechischen Team bereits kampflos gewonnen haben, ist ihnen der Einzug in die K.-o.-Runde nicht mehr zu nehmen.

          So richtig rund läuft es noch nicht beim Duo Ludwig/Kozuch
          So richtig rund läuft es noch nicht beim Duo Ludwig/Kozuch : Bild: AFP

          Um diese ebenfalls zu erreichen, müssen sich Karla Borger und Julia Sude dagegen noch mächtig strecken. Das zweite deutsche Frauen-Team hat die deutlich schwierigere Gruppe erwischt. Borger/Sude unterlagen am Montag den Weltmeisterinnen Sarah Pavan und Melissa Humana-Paredes aus Kanada mit 0:2 (17:21, 14:21), nachdem sie zuvor schon den Europameisterinnen Anouk Vergé-Dépré und Joana Heidrich (8:21, 23:21, 6:15) teilweise deutlich unterlegen waren. Doch noch hält das Turnier auch für sie eine Chance parat, sofern sie am Donnerstag (8 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Olympia, in der ARD und bei Eurosport) gegen die Niederländerinnen Katja Stam/Raisa Schoon gewinnen. Der Modus sieht vor, dass aus den sechs Vierergruppen auch zwei der sechs Drittplatzierten weiterkommen. Die übrigen vier Dritten spielen in einer Lucky-Loser-Runde die verbleibenden beiden Plätze fürs Achtelfinale aus.

          Während Julia Sude und Karla Borger vor ihrem finalen Gruppenspiel unter Hochspannung stehen, müssen Laura Ludwig und Margareta Kozuch überlegen, wie sie die Zeit bis Sonntag überbrücken können, wenn die K.-o.-Spiele anstehen. „Wir müssen erst mal runterkommen und einen Lageplan machen“, meinte Ludwig ganz entspannt und setzt mit gewinnendem Lachen noch drauf: „Dann wird unserem Team schon was einfallen, damit uns nicht langweilig wird.“

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