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Olympisches Basketball-Turnier : Deutschlands harter Kampf wird belohnt

  • -Aktualisiert am

Basketballer Johannes Voigtmann ist in Aktion gegen Joshua Aloiye Okogie aus Nigeria. Bild: Swen Pförtner/dpa

Der erste Schritt auf dem Weg zu einem großen Ziel bei Olympia ist gelungen. Die deutschen Basketballer besiegen Nigeria in einem schwierigen Spiel mit einigen Wendungen.

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          Abgekämpft, erhitzt, verschwitzt, aber fröhlich plaudernd zogen die Spieler der deutschen Basketball-Nationalmannschaft am Mittwoch auf dem Weg zurück in die Umkleidekabine an der Interview-Zone der Saitama Super Arena vorbei. Der erste Schritt auf dem Weg zu einem großen Ziel ist gelungen. Die Auswahl von Bundestrainer Henrik Rödl schlug im zweiten Gruppenspiel Nigeria nach einem harten Kampf mit einigen Wendungen 99:92.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Den entscheidenden Vorsprung erspielten sich die Deutschen unter der unauffälligen Führung von Johannes Voigtmann (19 Punkte) im letzten Viertel. Mit dem ersten Sieg hat die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) alle Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. Selbst bei einer Niederlage gegen Australien am Samstag müsste sie nicht unbedingt die Heimreise antreten. Auch die beiden besten Dritten der drei Vierer-Gruppen kommen eine Runde weiter. „Australien ist sehr stark“, sagt Aufbauspieler Maodo Lo (13), aber sie sind nicht ganz so physisch stark wie die Nigerianer.“

          Bundestrainer Henrik Rödl wusste genau, was auf sein Team zu kam. Ein mit acht NBA-Spielern gespicktes Team, das sich mit herausragender Athletik durchzusetzen weiß. Die Deutschen versuchten deshalb, „die Schotten“ dicht zu machen. Sie wählten eine Zonen-Verteidigung statt der üblichen Manndeckung, um den Korb besser schützen zu können. Die Taktik ging auf nach den ersten, vielleicht von Nervosität geprägten Minuten. Geblockte Würfe auf beiden Seiten, dann ein Hin und Her, bis die Verteidigung Wirkung zeigte, weil die Westafrikaner aus der Distanz vorerst nicht trafen.

          „Da fehlte die Fokussierung“

          Zwar fielen auch die Dreier von Rödls Ensemble nicht so wie noch bei der ärgerlichen Niederlage gegen Italien im ersten Gruppenspiel (acht Dreipunkte-Würfe im ersten Viertel), aber drei, kombiniert mit erfolgreichen Treffern von allen anderen Positionen, bescherten den Deutschen einen Zehn-Punkte-Vorsprung (22:12) rund zwei Minuten vor Ende des ersten Viertels. Ein interessanter Zeitpunkt. Würden sie ihren Vorsprung ausbauen können, Nigerias Spieler eine Denkaufgabe mitgeben in die erste kurze Pause?

          Nein. Mit dem Wechsel des Personals, wegen Ballverlusten und falscher Entscheidungen, verloren die Deutschen ihren Rhythmus. Nigeria fand ihn – beim Werfen von außen. Drei Dreier öffneten das Spiel wieder und führten bald zu einem ständigen Wechsel der Führung. Weil die Westafrikaner die Schwäche der Zone ausnutzten. Innen blieb es schwer, im eins gegen eins an den Deutschen vorbeizukommen. Aber sie kamen aus ihrer Verteidigung nicht schnell genug hinaus auf die Wurfpositionen jenseits der Dreipunktelinie. Neun von zehn versenkten sie bis zur Pause (50:50), 45 Prozent. „Da fehlte die Fokussierung“, sagte Lo, „das hätten wir nicht zulassen dürfen.“

          Rödl ließ auf Manndeckung umstellen, um den nigerianischen Werfern „auf den Füßen“ stehen zu können. Vergeblich. Jordan Nwora, der Mann des Dritten Viertels, traf nach Belieben, vier Treffer mit vier Versuchen, zwölf seiner 33 Punkte in vier Minuten: 55:66 aus Sicht der Deutschen. Zeit für Rödl, einzugreifen. Auszeit Deutschland. Vielleicht den Rhythmus des Gegners brechen mit dieser Minute des Verschnaufens. Neu sortieren, Mut fassen, Attackieren. Ein heikler Moment.

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