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Deutsche Schwimmer : Auf Tauchstation

Keine Medaille, Formtief, ratlos: Britta Steffen enttäuschte bei Olympia bisher Bild: dpa

Falsche Trainingssteuerung? Mentale Schwierigkeiten? Fehlende Stabilität und Wettkampfhärte? Mangelnde Olympia-Erfahrung? Die deutschen Schwimmer geben Rätsel auf - nicht nur Britta Steffen.

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          Und dann also auch noch Britta Steffen. Jene Schwimmerin, die mit ihren zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 verhindert hatte, dass die Ausbeute aus deutscher Sicht schon damals so aussah, wie sie nun vier Jahre später in London aller Voraussicht nach aussehen wird: null Medaillen. Am Mittwochabend schied die 28 Jahre alte Berlinerin im Halbfinale über 100 Meter Freistil aus. 54,18 Sekunden, Platz zwölf. Eine Enttäuschung, keine Frage, das sah ihr Trainer Norbert Warnatzsch nicht anders. Britta Steffen sagte danach, sie sei zufrieden mit dem Rennen, was merkwürdig bizarr wirkte, so kurz, nachdem sich die größte Medaillenhoffnung aus deutscher Sicht erledigt hatte. Vorerst zumindest, die 50 Meter Freistil folgen noch. „Zufrieden“, sagte Warnatzsch, „kann man mit diesem Ergebnis sicherlich nicht sein“.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          So wie mit manchem anderen Ergebnis deutscher Schwimmer in London. Allmählich schält sich immer deutlicher das Bild heraus, dass viele beim Vier-Jahres-Höhepunkt Olympia nicht an ihre Vorleistungen aus der Saison herankommen. Britta Steffens Fall ist da exemplarisch. Sie schwamm die 100 Meter Freistil in diesem Jahr schon gut eine halbe Sekunde schneller als am Mittwochabend, und das mehrmals. Laut Warnatzsch sahen die Daten aus dem Training vielversprechend aus.

          Sie hatte ein neues Trainingskonzept versucht

          Im vergangenen Jahr noch hatte sie vor der missratenen WM in Schanghai ein neues Trainingskonzept versucht, neue Reize gesetzt, neue Methoden ausprobiert - diesmal war sie vor London zu bewährten Elementen zurückgekehrt. Und hatte Erfolg damit, bei deutschen Meisterschaften und EM. Nur bei Olympia nicht. „Es hat sich nicht angedeutet“, sagte Warnatzsch, „dass es nicht ganz so gut wird“.

          Ein gewisses Leistungsvermögen ist bei den deutschen Schwimmern also durchaus vorhanden - bei der WM in Schanghai gewannen sie noch fünf Bronzemedaillen, ohne eine Britta Steffen in Top-Form. Auch die Brustschwimmer Marco Koch und Christian vom Lehn etwa haben schon bewiesen, dass sie in der Weltspitze dabei sein können, ganz zu schwiegen von der 4x200-Meter-Freistilstaffel, die in London ein begeisterndes Rennen zeigte und haarscharf an Bronze vorbeischrammte. Das, sagte Lutz Buschkow, der Leistungssportdirektor im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), „lässt für die Zukunft ein bisschen Hoffnung schnuppern“.

          Vor acht Jahren waren es noch fünf Medaillen

          Bei den Spielen 2008 in Peking stand neben Britta Steffen und Paul Biedermann nur die Freistilsprintstaffel der Frauen im Finale, in London schafften die DSV-Athleten bis Donnerstagmittag nun fünf Finalteilnahmen. Vor acht Jahren, bei den Spielen in Athen, waren es freilich noch 17 Finalplätze gewesen - und fünf Medaillen.

          Fragt sich nur: Warum schöpfen die deutschen Schwimmer ihr Potential nicht besser aus? Der DSV hatte zuletzt viele Wünsche seitens Trainer und Athleten berücksichtigt, die harten Olympia-Normen moderater gestaltet, die Qualifikation besser terminiert, eine zweite Qualifikationsmöglichkeit geschaffen. Dennoch ist das Ergebnis unter den Erwartungen geblieben. Falsche Trainingssteuerung? Mentale Schwierigkeiten? Fehlende Stabilität und Wettkampfhärte? Mangelnde Olympia-Erfahrung?

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