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Olympische Spiele : Corona-Zahl in Tokio steigt auf Sechs-Monats-Hoch

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter der Olympischen Spiele nehmen PCR-Tests der Athleten ab. Bild: dpa

In Tokio steigen die Inzidenzen. Für August sind gar Rekordzahlen zu erwarten. Fünf weitere Athleten wurden positiv getestet. Die allermeisten deutschen Teilnehmer reisen zumindest mit Impfschutz an.

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          Zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf den höchsten Stand seit Mitte Januar gestiegen. Am Mittwoch meldete die Hauptstadt 1832 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 680 mehr Fälle als vor einer Woche. Der deutliche Anstieg angesichts der Delta-Variante des Virus schürt die Sorgen in der Bevölkerung vor einer weiteren Ausbreitung. Experten hatten schon vor der am Freitag anstehenden Eröffnungszeremonie für die Olympischen Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages Anfang August während der Spiele auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte „kritisch“ werden.

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          Shigeru Omi, Chef der COVID-19-Task-Force der japanischen Regierung, rechnet im Verlauf der Olympischen Spiele mit Rekordzahlen. Anfang August werden täglich knapp 3000 neue Fälle hinzukommen, sagte Omi. „Es kann gut sein, dass sich die aktuellen Fallzahlen bis dahin verdoppeln.“ Im Gegensatz zum Beginn des Jahres würden derzeit trotz einer steigenden Impfquote mehr Menschen in die Krankenhäuser eingeliefert.

          Tokio befindet sich noch bis weit nach Ende der Olympischen Spiele im inzwischen vierten Notstand. Dieser ist vorläufig bis zum 22. August angesetzt. Sollte sich das Geschehen jedoch so entwickeln wie befürchtet, dürften die Notfall-Maßnahmen wohl verlängert werden.

          Eine Mehrheit der japanischen Bevölkerung hatte sich in Umfragen immer wieder für eine Verschiebung oder eine Absage der Spiele ausgesprochen. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, sagte jedoch, Japan müsse „über die Sicherheit nicht besorgt sein“.

          Weitere Corona-Fälle bei Athleten

          Derweil sind fünf weitere Sportler vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handelt es sich um die niederländische Skateboarderin Candy Jacobs (31), die chilenische Taekwondo-Kämpferin Fernanda Aguirre (23), den tschechischen Tischtennis-Profi Pavel Sirucek (28), die britische Schützin Amber Hill (23) und einen amerikanischen Beachvolleyball-Spieler. Jacobs machte ihren Fall am Mittwoch bei Instagram selbst öffentlich. Sie kann bei der olympischen Premiere ihrer Sportart am kommenden Montag nicht an den Start gehen.

          Das Nationale Olympische Komitee Chiles vermeldete unterdessen, dass Aguirre bereits bei der Ankunft in Japan positiv getestet wurde und ebenfalls nicht antreten kann. Beide müssen genau wie ein amerikanischer Beachvolleyball-Spieler in Quarantäne. USA Volleyball bestätigte einen positiven Test, nannte allerdings keinen Namen des Betroffenen.

          „Mein Herz ist gebrochen“, schrieb Jacobs, die WM-Vierte von 2019: „Ich fühle mich gesund und habe alles in meiner Macht getan, um dieses Szenario zu verhindern.“ Laut ihrer Aussage wurden alle Regularien erfüllt, so dass ihre Skateboard-Teamkolleginnen trotz des Zwischenfalls antreten können. „Ich brauche etwas Zeit, damit mein gebrochenes Herz heilt und ich mich davon erholen kann“, schrieb Jacobs. Aguirre zeige ebenso keine Symptome und sei bei „guter Gesundheit“. Auch der US-Beachvolleyballer hat nach Angaben seines Verbands keinerlei gesundheitliche Probleme.

          Kurz vor Eröffnung der Sommerspiele hatten die Organisatoren zuvor acht weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee in dem am Mittwoch veröffentlichten Tagesbericht mitteilte, ist auch eine Athletin oder ein Athlet darunter, der nicht im olympischen Dorf wohnt. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli von den Organisatoren ermittelt wurden, auf 77.

          95 Prozent der rund 430 deutschen Olympia-Athleten gehen bei den Tokio-Spielen vollständig geimpft an den Start. Wie Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Mittwoch mitteilte, habe für die Mediziner und das Funktionsteam des DOSB sogar eine Corona-Impfpflicht bestanden. Dies hätten weder die Japaner noch das Internationale Olympische Komitee vorgegeben. „Aber wir wollten damit auch unseren besonderen Respekt vor den Bürgern und dem Gastgeber in Tokio zeigen und klar signalisieren: Wir tun alles dafür, damit die Spiele sicher und verantwortungsvoll umgesetzt werden können“, erklärte Hörmann.

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