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Kampf um Olympia trotz Corona : Bach kämpft um alles

Präsident des Internationalen Olympischen Komitees: Thomas Bach Bild: dpa

Die Olympischen Spiele werden wegen der Corona-Krise verschoben. Der deutsche IOC-Präsident, der am Dienstagmittag mit dem japanischen Ministerpräsidenten Abe telefoniert, darf jetzt keinen Fehler machen.

          4 Min.

          Bei allem, was mit den Olympischen Spielen zurzeit geschieht, sieht man nur die Oberfläche. Die Ängste wachsen, die Emotionen kochen auch im Leistungssport hoch, Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), holen nun die Vertrauensverluste der vergangenen Jahre ein. Am Montag waren immer noch einige Leute davon überzeugt, das IOC verschließe sich aus lauter Geldgier den verheerenden Folgen der Pandemie und halte folglich daran fest, die Olympischen Spiele am 24. Juli in Tokio zu eröffnen. Dabei ist – realistisch gesehen – das Gegenteil der Fall. Sie werden verschoben. Und nicht abgesagt, jedenfalls nicht ein für alle Mal. Wie und auf wann, will das IOC zusammen mit dem Organisationskomitee, den japanischen Behörden und seinen Partnern in den nächsten vier Wochen klären.

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          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Dass viele Leser der IOC-Verlautbarungen tendenziell an die schlimmstmögliche ihrer Interpretation glauben, ist eine Konsequenz aus Bachs notorisch katastrophaler Krisenkommunikation und seinen taktisch geprägten öffentlichen Aussagen. Es ist ihm nicht gelungen, seiner wichtigsten Klientel, den Sportlern, zu vermitteln, in welcher extremen Zwangslage er gesteckt hat und noch steckt. Dass er für eine Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio die Kooperation der japanischen Regierung braucht. Dass er den Premierminister Shinzo Abe nicht öffentlich blamieren durfte und darf, wenn er hofft, Olympia in seiner jetzigen Form mit ihm gemeinsam wenigstens in Teilen zu retten. Denn der geniale Finanzakquisiteur Bach kämpft ja in Wahrheit nicht mehr ums Geld. Er kämpft um alles.

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