https://www.faz.net/-gtl-a1e83

Sommerspiele 2021 : Tokio könnte Einreisesperren für Olympia lockern

Die Olmypischen Ringe sollen 2021 in Tokio leuchten. Bild: Picture-Alliance

Tokio erlebt derzeit ein zweites Aufblühen der Corona-Ausbreitung mit teils mehreren hundert Neuinfektionen am Tag. Ob Olympia 2021 stattfinden kann, ist unklar. Eines der größten Hindernisse geht die Regierung nun an.

          1 Min.

          Eines der größten Hindernisse für Olympische Spiele in Tokio in Zeiten des Coronavirus sind die harschen japanischen Einreiseregeln. Aus Angst vor dem Virus verbietet Japan die Einreise aus rund 130 Ländern und bewegt sich nur sehr langsam, um minimale Erleichterungen für Familien, Arbeiter und Unternehmen zu schaffen. Doch der Wunsch der Regierung, dass die verschobenen Olympischen Spiele im Sommer 2021 auf jeden Fall stattfinden sollen, führt zur Flexibilität in den Köpfen.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN
          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Regierung denkt darüber nach, Einreiseerleichterungen für ausländische Athleten und Sportfunktionäre zu schaffen. Die für die Olympischen Spiele zuständige Ministerin Seiko Hashimoto bestätigte am Dienstag, drei Tage vor der virtuellen Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees, die Überlegungen. Sie stellte aber zugleich die Bedingung, dass Einreiseerleichterungen mit anderen Maßnahmen verbunden sein müssten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

          Spezielle Einreiseerleichterungen für Athleten und Funktionäre könnten dann zum Zuge kommen, wenn im kommenden Sommer in manchen Ländern immer noch ein hohes Ansteckungsrisiko mit dem Virus bestünde. Japan könnte die olympischen Gäste dann dennoch einreisen lassen, wenn sie nachweisen würden, dass sie virusfrei sind. Die Athleten und Funktionäre könnten so mehrmals vor dem Abflug und auch nach der Ankunft in Tokio mit Tests nachweisen müssen, dass sie nicht infiziert sind. Entschieden ist indes noch nichts.

          Die Olympischen Spiele sollen im kommenden Jahr am 23. Juli beginnen, gefolgt von den Paralympischen Spielen beginnend am 24. August. Der Wille der politischen Entscheidungsträger, die Spiele durchzuziehen, ist groß. „Ich möchte die Olympischen Spiele ausrichten als Symbol, dass die Welt zusammen diese schwierige Situation überwindet“, sagte Yuriko Koike, die neu gewählte Gouverneurin von Tokio, der Nachrichtenagentur Reuters.

          Sie lehnte es aber ab, einen Termin zu nennen, bis zu dem über eine mögliche Absage der Spiele entschieden werden müsse. Tokio erlebt derzeit ein zweites Aufblühen der Coronavirus-Ausbreitung mit teils mehreren hundert Neuinfektionen am Tag. Nach Umfragen meint mehr als die Hälfte der Einwohner von Tokio, dass die Olympischen Spiele abgesagt oder noch einmal verschoben werden sollten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf dass die Kurse steigen mögen: der Bulle als Symbol für den Aufwärtstrend an der Börse.

          Hohes Risiko : Die Lieblingsaktien der Deutschen

          Biontech, Tesla, Curevac – die Privatanleger hierzulande stecken ihr Geld am liebsten in gewagte Investments. Nicht immer ist ihnen das Glück dabei hold.
          Sie sieht das Ansteckungsrisiko auch für Dreifachgeimpfte: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek

          Virologin Ciesek warnt : „Ansteckungsrisiko so hoch wie nie“

          Die Infektionszahlen sind so hoch wie nie. Die Gefahr einer Ansteckung rückt damit näher, warnt die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. Doch die neuen Quarantäneregeln für Geboosterte passen nicht dazu.