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Kritik von Magdalena Neuner : „Es hat schon ziemlich in mir gebrodelt“

  • Aktualisiert am

„Das Verhalten von Herrn Bach fand ich unmöglich“: Magdalena Neuner kritisiert den IOC-Präsidenten. Bild: Picture-Alliance

Der frühere Biathlon-Star Magdalena Neuner macht sich große Sorgen und übt scharfe Kritik am Verhalten des IOC-Präsidenten in der Corona-Krise. Die ehemalige Radsportlerin Kristina Vogel indes versteht Thomas Bach.

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          Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat sich über die Hängepartie vor der Verschiebung der Olympischen Spiele sehr geärgert und IOC-Chef Thomas Bach kritisiert. „Das Verhalten von Herrn Bach fand ich unmöglich“, sagte Neuner der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Es hat sich genau das widergespiegelt, was ich selbst auch schon erlebt habe: Es geht bei Olympia eben nicht nur um die Sportler. Es geht um sehr viele andere Dinge“, sagte die 33 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin.

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          „Es hat schon ziemlich in mir gebrodelt, weil ich mich gefragt habe, wie er das so durchziehen kann“, sagte Neuner in dem Interview in Richtung Bach. „Die ganze Welt kämpft gegen dieses Virus und der will Olympische Spiele machen“, kritisierte die im bayerischen Wallgau lebende Neuner den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.

          „Die Sportler hingen komplett in der Luft, denn es war in keinster Weise gesichert, dass es faire Spiele werden“, sagte der frühere Biathlon-Star. „Die einen konnten trainieren, die anderen nicht. Dopingkontrollen gab und gibt es auch nicht mehr überall. Immerhin hat Bach dann ordentlich Gegenwind bekommen, und jetzt ist Gewissheit da. Jetzt kann man einen neuen Plan schmieden.“

          Neuner macht sich angesichts der Coronakrise große Sorgen um die nähere Zukunft. „Ich denke eher grundsätzlich darüber nach, wie es weitergeht. Wann wird überhaupt wieder Normalität einkehren? Werden wir ähnliche Bilder wie in Italien sehen? Da rückt der Sport schon in den Hintergrund“, sagte die dreimalige Sportlerin des Jahres: „Ich hoffe einfach nur, dass wir irgendwie glimpflich aus der ganzen Sache rauskommen.“

          Bahnrad-Doppelolympiasiegerin Kristina Vogel kann die Kritik über die zögerliche Haltung des Internationalen Olympischen Komitees zur Verschiebung der Sommerspiele dagegen nicht nachvollziehen. „Ich finde es gut, dass sich die Leute Zeit genommen haben. In manchen Sachfragen kann man nicht gleich ja oder nein sagen“, sagte die 29-Jährige dem Sender Sky Sport News HD am Samstag. Die Erfurterin, die nach einem Trainingssturz querschnittsgelähmt ist, wäre selbst als Trainerin und TV-Expertin in diesem Jahr in Tokio vor Ort gewesen.

          Vogel betonte, dass allen klar war, dass die Spiele „so nicht gehalten werden konnten. Wir wollen Spiele, die magisch sind. Das hätte man dieses Jahr nicht haben können.“ Dass die späte Entscheidung über die Verschiebung erst in dieser Woche erfolgte, begründete die frühere Weltklasse-Athletin mit den Problemen, die eine Verschiebung nach sich ziehe. Als Beispiel nannte Vogel die Situation des Olympischen Dorfes. Die 44 Hektar große Anlage sollte nach den Olympischen und Paralympischen Spielen als Wohnanlage genutzt werden: „Jetzt muss man sich Gedanken machen, wo 12.000 Leute im nächsten Jahr untergebracht werden.“

          Vogel, die aufgrund ihrer Lähmung zur Risikogruppe gehört und derzeit in freiwilliger Quarantäne lebt, hofft nun auf schnelle Entscheidungen des IOC für die Spiele im kommenden Jahr, damit die Sportler ihr Training auf den Höhepunkt einstellen können. „Wir alle wollen gute Olympische Spiele. Die werden wir jetzt haben.“

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