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Britta Steffen : 0,07 Sekunden fehlen zu Bronze

  • Aktualisiert am

Wie geht es weiter mit Britta Steffen? Bild: dpa

Auf ihrer letzten Bahn bei den Spielen in London gibt Britta Steffen noch einmal alles für eine Medaille, aber nach 50 Metern Freistil fehlen 0,07 Sekunden. Triumphal tritt Michael Phelps von der Olympia-Bühne ab - mit seinem 18. Gold.

          Britta Steffen fehlten sieben Hundertstelsekunden zum Happy End nach bitteren Tagen, Michael Phelps trat mit dem 18. Olympia-Gold triumphal von der großen Bühne ab. Der amerikanische Schwimmstar ließ sich nach seinem Sieg mit der Lagen-Staffel am Samstag von den 17.000 Zuschauern im Aquatics Centre feiern und lachend von den Teamkollegen umarmen: 18 Mal Gold bei Sommerspielen, insgesamt 22 Mal Edelmetall - phänomenal!

          Steffen schaute nach ihrem Rennen ohne große Regung auf die Anzeigetafel. Als Erste kletterte die Doppel-Olympiasiegerin aus dem Becken, gratulierte fair dem Medaillen-Trio - sie selbst hatte über 50 Meter Freistil Bronze nur um sieben Hundertstelsekunden verpasst. „Es ist schade, ich hätte mir wirklich sehr gewünscht, dass ich eine Medaille holen kann für unsere Mannschaft. Das bestimmte Quäntchen Glück ist uns nicht hold“, sagte Steffen.

          Der Lagen-Staffel der Männer drückte sie die „Daumen“. Für das Quartett aus Helge Meeuw, Christian vom Lehn, den Brüdern Steffen und Markus Deibler gab es nach 3:33,46 Minuten Rang sechs. „Wir haben alles gegeben. Die Bronzemedaille war ein gutes Stück weg, da müssen wir uns keine Illusionen machen“, kommentierte Meeuw. Als Vierte schlug Steffen nach 24,46 am Schlusstag der olympischen Beckenwettbewerbe in London an.

          Anders als vor vier Jahren konnte sie die Bilanz nicht mehr aufbessern. Der Sieg ging wie über 100 Meter an die Niederländerin Ranomi Kromowidjojo. Ihre 24,05 Sekunden bedeuten olympischen Rekord. Erfolgreichste Nation der im Olympia-Becken waren die Vereinigten Staaten mit 30 Medaillen, davon 16 Gold. Auf Platz zwei landete nach 32 Wettbewerben China mit fünfmal Gold und insgesamt zehn Plaketten. Erfolgreichste Sportler waren Phelps und Teamkollegin Missy Franklin mit je vier Siegen.

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          Deutschland, wenigstens mit acht statt nur vier Finalplätzen wie 2008 in Peking, ging bei den Medaillen wie vor 80 Jahren in Los Angeles leer aus. Das konnte auch Steffen nicht verhindern. Trotzdem hatte die Weltrekordlerin das Lachen schnell wiedergefunden. „Über 50 Meter habe ich mir bewiesen, dass ich es noch kann“, betonte die Berlinerin.

          Die Zukunft ihrer großen Karriere ließ sie offen. „Jetzt gehe ich erstmal in Urlaub, nicht so richtig wohlverdient, und entscheide dann dort, was ich möchte“, sagte sie. „Die Leidenschaft für das Schwimmen habe ich immer noch. Bisher bin ich immer gestärkt aus Niederlagen hervorgegangen.“

          Sun Yang feiert einen weiteren Sieg

          Nur wenige gab es in der einzigartigen Karriere von Superstar Phelps. Und mit der amerikanischen Lagen-Staffel kann man eigentlich gar nicht verlieren, denn niemals in der olympischen Geschichte wurde das Quartett geschlagen. Diesmal gab es Gold nach 3:29,35 Minuten. Auf der Schmetterling-Lage war Phelps der Schnellste vor dem Hamburger Steffen Deibler.

          Einen weiteren Sieg erzielte der 20-jährige Sun Yang. Über 1500 Meter Freistil holte sich der Chinese, der fast einen Fehlstart produziert hätte, in 14:31,02 Minuten sein zweites Gold in London. Dabei verbesserte er den eigenen, ein Jahr alten Weltrekord um 3,12 Sekunden. Es war der insgesamt achte Weltrekord im Londoner Olympia-Becken.

          In London ohne Medaille: Britta Steffen

          Die Lagen-Staffel der amerikanischen Frauen steuerte dann nach 3:52,05 Minuten noch Bestmarke Nummer neun bei. Ihre Weltrekorde durfte Britta Steffen behalten, aber in London gab es gleich mehrere Niederlagen für die 28-Jährige. Mit der deutschen Freistil- und der Lagen-Staffel war sie ebenso wie im Einzel über 100 Meter Freistil mit Platz zwölf vorzeitig ausgeschieden.

          „Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei, was die 100 Meter betrifft“, hatte die Berlinerin gesagt. Über die halbe Distanz gehört sie weiter zur Weltspitze, wenn sie auch nicht in der Liga der Doppel-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo mitschwimmen kann. Über diese Strecke, das hatte Steffen wiederholt gesagt, könne sie sich auch Spiele in Rio 2016 vorstellen. Auch die Heim-EM 2014 in Berlin war vor Olympia immer wieder als lohnendes Ziel genannt worden.

          „Gewisse Experten tun ihre Meinung kund“

          Aber geht es wirklich bis dahin weiter? „Dafür spricht, dass ich noch große Lust habe, und die EM 2014 in Berlin ist. Dagegen spricht vielleicht, dass das Umfeld, die deutschen Medien sehr hart mit mir ins Gericht gehen“, erklärte die Doppel-Weltmeisterin von 2009, „und dass gewissen Experten, nicht wirklich von der Sache sprechen, sondern ihre Meinung kundtun.“

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