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Handballteam vor Olympia : Wo zwickt es nicht?

  • -Aktualisiert am

Kai Häfner (Mitte) im letzten Olympiatest der deutschen Handballer Bild: dpa

Nur eine Woche Pause hatten die deutschen Nationalspieler vor dem Olympiaturnier. Erholt sind die Körper der Profis nicht, aber die Motivation ist groß. Die Hoffnung ruht vor allem auf einem Mannschaftsteil.

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          Welche 17 deutschen Handballprofis nach Japan reisen, hatte Alfred Gislason schon Ende Juni verkündet. Am Montag zur Mittagszeit gab der Bundestrainer nun bekannt, wer die 14 Auserwählten für das olympische Dorf sind – und wer sich abseits in einem Tokioter Hotel auf einen möglichen Einsatz vorbereitet. „Jannik Kohlbacher wird die Nummer 15 sein, Silvio Heinevetter und Tobias Reichmann sind die Nummern 16 und 17“, sagte Gislason. Das habe er der Mannschaft schon vor einiger Zeit mitgeteilt.

          Sollten sich Spieler verletzen, können diese drei eingesetzt werden. Für die jeweiligen Spiele des olympischen Handballturniers darf Gislason aber jeweils nur 14 Akteure nominieren. Seine Auswahl sieht vor, zunächst nur mit einem Rechtsaußen zu starten, Timo Kastening. Bei den Torhütern setzt Gislason auf Andreas Wolff und Johannes Bitter vor Heinevetter. Am Kreis werden sich Hendrik Pekeler und Johannes Golla die Aufgaben teilen. Als zusätzlicher Abwehrspieler steht Finn Lemke bereit.

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          Seit einer Woche und noch bis zu diesem Dienstag hat Gislason sein Team in Herzogenaurach versammelt. Am Mittwoch fliegt die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) von Frankfurt nach Tokushima. Dort wird ab Donnerstag zweimal am Tag trainiert. Eine Woche später fliegt der DHB-Tross weiter nach Tokio. Dort beginnt das olympische Handballturnier für Gislasons Team einen Tag nach der Eröffnungsfeier am Samstag, 24. Juli, mit dem Spiel gegen Spanien. Weitere Gegner sind am 26., 28. und 30. Juli sowie dem 1. August dann Argentinien, Frankreich, Norwegen und Brasilien. Die ersten vier Teams der zwei Gruppen kommen ins Viertelfinale weiter.

          Nur eine Woche Pause

          Mit der Lehrgangswoche im Mittelfränkischen und den Testspielsiegen gegen Brasilien am Freitag (36:26) und Ägypten am Sonntag in Nürnberg (29:27) war Gislason zufrieden: „Die Spieler haben eine lange Bundesligasaison gespielt, und wir haben nicht hart trainiert, aber lange. Es war eine sehr gute Woche. Aber man wird erst in Tokio sagen können, wie die Teams in Form sind.“ Die lange Spielzeit mit 38 Runden war erst am 27. Juni beendet worden. Nur eine Woche Pause blieb den Nationalspielern. „Das war natürlich viel zu kurz“, sagte Abwehrchef Pekeler, „und die Frage ist eher, wo im Körper es nicht zwickt. Aber es sind Olympische Spiele, und dafür kann sich jeder motivieren.“

          Ohne Zuschauer und mit vielen Vorgaben werden es besondere Spiele. Auch für Gislason, der als Spieler zweimal bei Olympia war, ist es eine Reise ins Ungewisse: „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wird ein Leben im olympischen Dorf möglich sein? Wohl eher nicht. Es gibt strenge Kontrollen und wenig Kontakte. Für die Spieler ist es nicht die Atmosphäre, die Olympische Spiele ausmacht. Sie werden die anderen Sportler im Fernsehen sehen, aber nicht im olympischen Dorf.“

          Was den Handball betrifft, hat Gislason klare Forderungen an sein Team: „Unsere Erfolgschancen hängen von unserer Abwehr ab. Das ist unsere Bank.“ Starker Innenblock plus zwei gute Torhüter: So will die DHB-Auswahl ihren Medaillentraum wahr machen. Eine Nummer eins im Tor wie noch bei der WM in Ägypten benannte Gislason diesmal nicht.

          Pekeler sagte zu den Aussichten: „Das olympische Turnier ist das leichteste große Turnier, das man gewinnen kann, denn nach der Vorrunde kommt nur das Viertelfinale, ehe man in den Medaillenspielen ist. Natürlich ist die Leistungsdichte sehr hoch, denn alle europäischen Teams können ganz oben stehen.“ 2016 in Rio gewann die DHB-Auswahl die Bronzemedaille; Olympiasieger wurde Dänemark.

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