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Olympia-Schiedsrichterin Panther : Alle hören auf ihr Kommando

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Basketball-Schiedsrichterin Anne Panther: „Was soll man da sagen, es ist unbeschreiblich“ Bild: Picture-Alliance

Auch NBA-Stars spielen nach ihrer Pfeife. In Rio leitet die deutsche Basketball-Schiedsrichterin Anne Panther Olympia-Spiele der Männer. Die sind voll des Lobes.

          Ihre große Olympia-Begeisterung lässt sich Anne Panther zumindest auf dem Parkett nicht anmerken. Die 34-Jährige leitet in Rio de Janeiro eine Basketball-Partie der Männer. Als erst vierte Schiedsrichterin in der Geschichte der Olympischen Sommerspiele. Beim Gruppenspiel zwischen dem EM-Zweiten Litauen mit NBA-Center Jonas Valanciunas und Nigeria (89:80) zeigt sie eine makellose Leistung - und geht direkt nach der Schlusssirene geschäftsmäßig ohne jede Gefühlsregung in die Kabine.

          Doch noch mehr als eine Stunde später läuft die Bundesliga-Schiedsrichterin mit einem breiten Grinsen durch die Katakomben. „Was soll man da sagen, es ist unbeschreiblich“, schwärmt Panther über ihre Zeit bei Olympia. „Ich kann immer mehr verstehen, warum es der Traum eines jeden Sportlers ist.“

          Im Dreier-Team leitet sie das Duell an der Seite ihres deutschen Kollegen Robert Lottermoser - und erhält reichlich Lob für ihren Auftritt. „Sie war perfekt in diesem Spiel“, analysiert Litauens Flügelspieler Renaldas Seibutis. „Sie war präzise, hat nicht gezögert.“ Ob es für ihn ein Unterschied macht, von einer Frau gepfiffen zu werden? „Überhaupt nicht. Solange es ein guter Schiedsrichter ist.“

          Lob für Panthers Leistung bei der Leitung des Spiels zwischen Litauen und Nigeria: „Sie war präzise, hat nicht gezögert.“

          Dass sie eine Ausnahme darstellt, weiß die Regionalliga-Spielerin des USC Heidelberg allerdings nur zu gut, schon seit 2009 agiert sie als einzige Schiedsrichterin in der deutschen Basketball-Bundesliga. In Rio leitet sie auch Partien der Damen-Konkurrenz. „Die Herrenspiele sind natürlich etwas schneller und einfach athletischer und physischer“, erklärt sie den Unterschied. „Im Endeffekt versucht man es nicht anders zu machen, aber die Kontakte sind anders, und dementsprechend beurteilt man es schon ein bisschen anders.“

          Mit einem achttägigen Lehrgang bereiteten sich die Schiedsrichter auf das Abenteuer Olympia vor, abseits des Sportlichen bleibt neben täglichen Workouts auch noch etwas Zeit, um das Erlebnis zu genießen. Ein weiteres Highlight: Ihr Einsatz in der technischen Delegation an der Seitenlinie beim zweiten Gruppenspiel der Amerikaner gegen Venezuela.

          Sollte jetzt noch als Olympia-Krönung auch ein Schiedsrichter-Auftritt auf dem Feld mit den NBA-Superstars folgen? „Das hier war schon eine Auszeichnung“, sagt Panther. „Klar würde ich lügen, wenn ich sagen würde: Nein - aber ich freue mich über jedes Spiel, egal, welche es ist.“

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