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Bach verteidigt Peking-Olympia : IOC ist „keine Weltregierung“

  • Aktualisiert am

IOC-Präsident Thomas Bach Bild: Reuters

In einem ARD-Interview spricht IOC-Präsident Thomas Bach über die Kritik an Peking 2022. Die Menschenrechtsverletzungen in China seien nicht das Thema des IOC. Olympia solle ein gutes Beispiel sein für eine Welt ohne Diskriminierung.

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          Wenige Stunden nach seiner Wiederwahl hat IOC-Präsident Thomas Bach die immer stärker in die Kritik geratene Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking verteidigt. Es seien die Spiele des Internationalen Olympischen Komitees, nicht die der chinesischen Regierung, sagte Bach am Mittwochabend in den ARD-„Tagesthemen“. Der chinesische Staatspräsident (Xi Jinping) werde während der Eröffnungsfeier „genau einen Satz, der von uns vorgeschrieben wird, sagen dürfen“.

          Zuletzt hatte ein Bündnis von 180 internationalen Menschenrechtsgruppen und Vertretern von Minderheiten in China die Staatengemeinschaft aufgefordert, nicht an den Spielen teilzunehmen. Hintergrund sind die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von Uiguren und Tibetern sowie Chinas Drohungen gegenüber Taiwan.

          „Bei den Olympischen Spielen gelten die globalen sportlichen Regeln des Sports und des IOC. Und damit wollen wir ein Beispiel setzen, wie eine Welt ohne Diskriminierung funktionieren kann“, sagte Bach. Das IOC sei „keine Weltregierung, die hier Probleme lösen kann, die keine UN-Generalversammlung, kein Sicherheitsrat löst, kein Präsident dieser Welt. Wir können nicht unsere Regeln außerhalb des Kerns der Olympischen Spiele einem souveränen Staat überstülpen. Dort ist die Politik gefragt, dort muss die Politik ihre Möglichkeiten nutzen.“

          Kritik auch an Peking 2008

          Die Winterspiele 2022 waren 2015 nach Peking vergeben worden. Bei den Sommerspielen 2008 an gleicher Stelle, als das Handeln der Regierung und Menschenrechtsverletzungen ebenfalls große Themen waren, war Bach IOC-Vizepräsident gewesen. In den „Tagesthemen“ wiederholte er seinen Standpunkt, dass ein Boykott die „falsche Antwort auf solche Fragen“ sei.

          Das habe die Geschichte gezeigt, sagte der frühere Olympia-Fechter, der 1980 vom Boykott zahlreicher westlicher Nationen an den Sommerspielen in Moskau betroffen war. „Sie bringen keine Verbesserungen“, sagte der 67-Jährige, der am Mittwoch für weitere Jahre im Amt bestätigt worden war. Das IOC adressiere die Fragen „im Rahmen unseres Verantwortungsbereichs“. Zu diesem gehöre, dass während der Spiele die IOC-Charta, in der die Einhaltung von Menschenrechten verankert sei, einzuhalten sei.

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