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Am Rande Olympias : Mit cooler Nadel gestrickt

Strickender Olympia-Star: Tom Daley ruht in sich Bild: AFP

Tom Daley ist Öffentlichkeit gewöhnt, seit er als Wunderkind des Wasserspringens ins britische Rampenlicht trat. Der Olympiasieger geht damit sehr entspannt um, wie er in Tokio zeigt.

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          Zwei links, zwei rechts, zwei fallen lassen – so hieß früher das fröhliche Motto strickender Großmütter, die es nicht ganz so ernst meinten mit einem Hobby, bei dem sich so wunderbar entspannen lässt. Nun ist Stricken längst keine Sache der Großmütter mehr allein, aber Entspannung scheint immer noch der tiefere Zweck der Übung.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Der britische Turmspringer Tom Daley hat am Rande der Olympischen Spiele von Tokio bewiesen, dass auch er ganz  zielführend mit den Stricknadeln umgehen kann, selbst wenn um ihn herum die Sportwelt tobt. Bei der Entscheidung im Kunstspringen der Frauen vom Drei-Meter-Brett war der 27-Jährige als Zaungast im Schwimmstadion dabei, doch so richtig auf den Wettkampf konzentrierte er sich offenbar nicht.

          Daley war vielmehr engagiert am Handarbeitswerk, um seiner langersehnten Goldmedaille, die er gemeinsam mit seinem Synchronpartner Matty Lee von der Zehnmeter-Plattform gewonnen hatte, eine adäquate Hülle zu erstellen.

          Und wie es sich für einen sportlichen Superstar der Popkultur gehört, dessen Leben sich weitgehend in der Öffentlichkeit abspielt, seit er als Zehnjähriger im Mittelpunkt einer Langzeitdokumentation der BBC stand, und er mit 19 in einem Youtube-Video seine Liebe zu einem Mann bekannte, war sich Daley der Wirkung seines öffentlichen Werkelns natürlich bewusst.

          In einem Instagram-Post präsentierte er anschließend das Resultat seiner Schaffenskraft und schrieb freudestrahlend: „Vielen Dank an alle meine Strickfreunde! Stricken und häkeln zu lernen, hat mir bei den Olympischen Spielen sehr geholfen. Und wir haben gestern GOLD gewonnen. Ich habe auch einen kleinen Medaillenhalter gemacht!“

          Die Plattform des Turmspringens ist seine angestammte Bühne: Tom Daley
          Die Plattform des Turmspringens ist seine angestammte Bühne: Tom Daley : Bild: EPA

          Schon als 14-Jähriger war das Wunderkind des Wasserspringens erstmalig Europameister gewesen, mit 15 wurde er 2009 zum ersten Mal Weltmeister. Doch es sollte zwölf weitere Jahre dauern, ehe Daley das große Versprechen umsetzen und endlich olympisches Gold gewinnen konnte nach zwei Bronzemedaillen 2012 und 2016.

          Auf dem Podium brach er in Tränen aus, als er endlich sein Gold bekam. Klar, dass dieses kostbare Stück keine Kratzer erhalten soll. Am Freitag ist Tom Daley im Einzelwettkampf noch einmal am Start. Vielleicht muss er anschließend noch einmal zu den Nadeln greifen.

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