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Putin zur Olympia-Sperre : Ein „Angriff“ auf Russland

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Olympiagastgeber Putin: „Sport ist ein Bereich, der offen für die Welt sein sollte, wie Kunst.“ Bild: dpa

Präsident Putin gesteht zwar ein, dass es in Russland Grund für Vorwürfe gegeben habe. Andere Länder hätten auch Doping-Fälle. Den Kronzeugen Rodtschenkow beschreibt er als Kriminellen.

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          Wladimir Putin hat den Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang als Angriff auf sein Land bezeichnet. Die Deutsche Presse-Agentur meldet aus Moskau, der russische Präsident habe bei einer Diskussion mit Anhängern im Zusammenhang mit der Fähigkeit des Sports, Menschen stolz zu machen und die Nation zu einen, gesagt: „Offensichtlich gefällt das manchen nicht. Dies ist nur eine der Angriffslinien.“

          Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass warnte er davor, Weltsport und Olympische Bewegung in einen Hinterhof für schmutzige Politik zu verwandeln. Die Gründe für den Ausschluss einiger russischer Athleten von den bevorstehenden Winterspielen in Pyeongchang seien andere als Doping. „Welche Gründe? Ist dies eine Art Geheimdienst?“, zitiert Tass den Präsidenten. „Sport ist ein Bereich, der offen für die Welt sein sollte, wie Kunst. Alles sollte transparent sein, sonst entsteht Misstrauen gegenüber den getroffenen Entscheidungen.“

          Putin räumte laut Tass ein, dass Russland Grund für Vorwürfe gegeben habe. In anderen Ländern gebe es auch Doping-Fälle, sagte er. Diese würden allerdings nicht aufgeblasen und als Teil internationaler politischer Kampagnen aufgebauscht werden. Er hoffe, dass bald eine neue Seite in den Beziehungen zu den internationalen Sportorganisationen aufgeschlagen werde, sagte Putin und rief die russischen Athleten auf, die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu befolgen.

          Das IOC hat die russische Mannschaft wegen Dopings von den Spielen ausgeschlossen, lädt aber knapp 200 russische Teilnehmer ein. Den Kronzeugen Gregorij Rodtschenkow beschrieb Putin als Kriminellen, den man hätte ins Gefängnis werfen statt ihm die Leitung des Doping-Kontrolllabors von Moskau und Sotschi 2014 anvertrauen sollen. Rodtschenkow ist in die Vereinigten Staaten geflohen.

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