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Olympia : Schwierige Programmgestaltung

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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) versucht in der Programmgestaltung der Spiele 2004 wieder einmal die Quadratur des Kreises. Die 28 Sportarten vom vergangenen September in Sydney sollen auch in Athen veranstaltet werden.

          Platzen die Olympischen Spielen aus allen Nähten? Von den Internationalen Verbänden liegen Anträge zur Erhöhung um 13 Disziplinen vor. Zum Beschluss gehört, den bisher „provisorischen“ Sportarten und Disziplinen Taekwondo, Triathlon, Beach-Volleyball, Softball und Trampolin-Turnen einen endgültigen Status für Athen zu geben und zugleich zu versuchen, den Frauenanteil von rund 40 Prozent bei den Sydney-Spielen weiter zu erhöhen.

          Gewichtheben und Military bleiben

          Um das alles zu erreichen, muss das Quoten- und Qualifikationssystem der einzelnen Sportarten neu angepasst werden. Mit der Entscheidung können aber auch das Gewichtheben und die Military aufatmen. Beide Wettbewerbe waren in Sydney in heftige Kritik, Gewichtheben wegen ein Übermaß an Doping-Betrug, der Dreikampf zu Pferde wegen Tierquälerei beim Geländeritt. Mit dem Beschluss von Lausanne hat die IOC-Führung aber auch eine Art Notbremse gezogen.

          Aufblähung unter Samaranch

          Erstmals unter der Regentschaft von Juan Antonio Samaranch, unter dem das Olympia-Programm seit 1980 von 21 auf 28 Sportarten und von 203 auf 300 Medaillen-Wettbewerbe ausgedehnt wurde, gibt es keinen Sportarten-Zuwachs. Und das könnte auch so bleiben. Zwar will das IOC erst in den nächsten Jahren über das Programm der Spiele 2008 entscheiden. Doch ist, bei einer Obergrenze von 28, ein Austausch von Sportarten wahrscheinlich. Kürzlich hatte der Internationale TanzSport-Verband (IDSF) die IOC-Spitze im Ballsaal des Hotel Palace in Lausanne mit den Vorführungen von 15 Spitzenpaaren von der olympischen Eignung des Tanzens zu überzeugen versucht. Außerdem stehen Golf, Wasserski, Fallschirmspringen, Billard, Boccia, Karate, Bowling, Rollkunstlauf, Rugby, Raquetball, Squash, Surfen und Tauchsport in der olympischen Warteschlange.

          Samaranch hat bekannt, er habe in der Bestimmung olympischer Programme „versagt“. Das schwere Erbe muss nun der am 16. Juli nächsten Jahres zu bestimmende Nachfolger bewältigen: Den Gigantismus eindämmen, universal und attraktiv bleiben, das Bewährte bewahren und das Neue zu berücksichtigen. Auch das gehört zur Quadratur des Kreises.

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