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Olympia : Samaranch-Nachfolger halten sich noch zurück

  • -Aktualisiert am

Topkandidat für die IOC-Präsidentschaft: Richard Pound Bild: AP

Der Wahlkampf hat längst begonnen. Doch die Kandidaten für die Nachfolge von Juan Antonio Samaranch an der Spitze des IOC führen ihn noch hinter geschlossenen Türen.

          Für Thomas Bach sind die kommenden Monate eine wertvolle Lehrzeit. Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kann in aller Ruhe und mit dem nötigen Sicherheitsabstand das Ringen seiner Kollegen um die Nachfolge von Juan Antonio Samaranch an der IOC-Spitze verfolgen.

          Thomas Bach hat selbst keine Ambitionen

          Bach selbst hat derzeit keine Ambitionen. „Ich bin kein Kandidat“, wiederholt er in Lausanne bei der letzten Sitzung der IOC-Exekutive in diesem Jahr immer wieder. Der Fecht-Olympiasieger von 1976 weiß, wann sein Zeitpunkt zur Attacke gekommen ist. Im Moment rechnet sich Bach offenbar keine Chancen aus. Dennoch in die aufreibende Wahl zu gehen, wäre töricht. Mit 47 Jahren ist der Rechtsanwalt aus Tauberbischofsheim jung genug, um die Amtszeit eines andern Präsidenten abzuwarten.

          Jacques Rogge oder Richard Pound?

          Die Favoriten auf den trotz aller Bestechungsskandale und Dopingprobleme noch immer wichtigsten Posten im Weltsport sind der Jacques Rogge aus Belgien und der Kanadier Richard „Dick“ Pound. Der Ungar Pal Schmitt, der als einziger sein Interesse bereits öffentlich - wenn auch nicht offiziell - bestätigt hat, und die erste Vizepräsidentin Anita Defrantz werden dem Kandidatenkreis zugerechnet, sind aber chancenlos. Ob der Südkoreaner Un Yong Kim eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Über seine Chancen entscheidet zunächst ein US-Gericht in Salt Lake City. Nur wenn er das Nachspiel der Korruptionsaffäre um die Vergabe der Winterspiele 2002 unbeschadet übersteht, könnte er aussichtsreich in den Wahlkampf gehen.

          Kompliziertes Machtgeflecht

          Pound durften in Sydney nicht wieder in die Exekutive gewählt werden, und hatten so in Lausanne eigentlich nichts zu suchen. Doch Samaranch lud ihn kurzerhand ein. Doch wie seine Konkurrenten, so hielt auch er sich überraschend zurück. Auch im abgeschirmten Sitzungssaal der Exekutive wurde der Wahlkampf noch nicht ausgetragen. „Ich bin gespannt, wann die das machen“, wunderte sich Bach. „Die Überlegung dahinter verstehe ich nicht.“

          Wem seine Sympathien gelten, verrät Bach selbstredend nicht. Wer öffentlich mit einem späteren Verlierer sympathisiert, wird im komplizierten Machtgeflecht im Chateau de Vidy selbst zu einem. Diese Lektion hat Bach längst verinnerlicht.









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