https://www.faz.net/-gtl-8mtj4

Doping-Kontrollen bei Olympia : Welche Sportler sollen wir kontrollieren?

  • Aktualisiert am

Wer bitte, soll zur Doping-Kontrolle? „Viele Sportler, die zum Test ausgesucht waren, konnten schlicht nicht gefunden werden.“ Bild: dpa

Ein Bericht benennt peinliche Pannen bei Doping-Tests während Olympia in Rio: Viele Sportler, die kontrolliert werden sollten, konnten nicht mal gefunden werden.

          1 Min.

          Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beklagt Pannen bei den Kontrollen während der Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro. Die Dopingkontrollen standen dort unter der Aufsicht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die Wada veröffentlichte am Donnerstag (Ortszeit) im kanadischen Montreal den Bericht ihres unabhängigen Beobachterteams, das „ernste Mängel“ beim Einsammeln der Dopingproben beklagt.

          In einer Stellungnahme räumte das IOC Schwächen im System ein, ohne allerdings die Wirksamkeit der Kontrollen in Frage zu stellen. „Das Anti-Doping-Programm musste in Rio de Janeiro einige Herausforderungen überwinden wie etwa den Mangel an Ressourcen und ausgebildetem Personal und Freiwilligen“, schrieb das IOC in Lausanne. „Der Bericht der unabhängigen Beobachter zeigt, dass es erfolgreiche Olympische Spiele mit einem erfolgreichen Anti-Doping-Programm waren.“

          Planung und Ausrüstung nicht ausreichend

          Nur enormer Einsatz von Mitarbeitern auf Schlüsselpositionen habe verhindert, dass das Kontrollprogramm kollabiert sei. „Viele Sportler, die zum Test ausgesucht waren, konnten schlicht nicht gefunden werden“, hieß es. An manchen Tagen sei bis zur Hälfte der geplanten Test deshalb nicht möglich gewesen.

          Demnach seien Planung und Ausrüstung nicht ausreichend gewesen. Vor allem die Begleiter der Athleten zu den Tests seien schlecht vorbereitet gewesen. „Das untergräbt Respekt und Vertrauen der Sportler in das Anti-Doping-Programm“, bemängelte das Beobachterteam. „Und es ermöglicht erfahrenen und skrupellosen Athleten, die das System missbrauchen wollen, den Ablauf der Dopingkontrolle zu manipulieren.“

          Da die Sommerspiele unter der wirtschaftlichen und politischen Krise in Brasilien litten, gab es auch Anerkennung von den Beobachtern unter der Leitung von Jonathan Taylor, einem britischen Anwalt. „Trotz Personalproblemen, begrenzten Mitteln und anderer logistischer Schwierigkeiten gilt denen, vor allem den Freiwilligen, die das Programm umgesetzt haben, enormer Respekt“, hob Taylor hervor. Nach den Angaben wurden 3237 der insgesamt etwa 11.300 Sportler aus 137 Ländern getestet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fall Kavala : Erdogan strauchelt und lenkt ab

          Mit der drohenden Ausweisung von zehn Botschaftern will der türkische Präsident von seiner sinkenden Popularität ablenken. Doch die Unzufriedenheit mit Recep Tayyip Erdogan und der AKP wächst immer weiter.
          Nein, Denkmäler stehen nicht für eine abgetragene Schuld: Blick auf Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin

          Erinnerungskultur : Wer leidet denn an der Geschichte?

          Mit großen Gesten hinein in den Small Talk: Per Leo stürzt sich in alle Debatten zum Stellenwert des Holocaust und stolpert dabei von einer verwegenen Behauptung zur nächsten.
          Sahra Wagenknecht am Marx-Engels-Denkmal in Berlin

          Linke nach der Wahl : Sahra Wagenknecht wird ihre Partei nicht retten

          Noch in der Wahlnacht riefen Linke nach Sahra Wagenknecht. Doch die hat ihrer Partei schon genug geschadet. Das zeigt der vergiftete Freispruch im Parteiausschlussverfahren gegen sie.
          Trotz Solardach haben es die Folgen des Klimawandels nach Deutschland geschafft.

          Hanks Welt : Gutes besser machen!

          Das Bewusstsein für den Klimawandel ist bei den Menschen angekommen. Dennoch hakt es bei der Bekämpfung der Krise. Der enorme Widerspruch zwischen Moral und Ratio ist das Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.