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Deutsche Handballer in Rio : Erfolgreich gegengehalten

Zu stark für Polen: Deutschlands Uwe Geinsheimer Bild: AP

Zweiter Sieg im zweiten Spiel für die Europameister in Rio: Deutschlands Handballer gewinnen souverän auch gegen Polen. Am Donnerstag wartet dann allerdings ein besonderer Gegner.

          2 Min.

          „Gegenhalten“, so lautete die Tageslosung von Bundestrainer Dagur Sigurdsson  für das zweite Spiel seines Teams in Rio. Es war das richtige Motto. In einem  zähen, harten, manchmal wilden Duell setzte sich Europameister Deutschland am  Dienstag gegen den WM-Dritten Polen 32:29 durch. Zwei Tage nach dem identischen  Ergebnis gegen Schweden hat Sigurdssons Team damit das Erreichen des  Viertelfinals fast schon sicher gemacht, aber das Ziel ist ein höheres, wie  Hendrik Pekeler erklärte: „Wir wollen Platz eins in unserer Gruppe“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Den Grund erläuterte DHB-Vizepräsident und Sport-Chef Bob Hanning, für den die  Franzosen, die am Dienstag den WM-Zweiten Qatar mit einem 35:20 in Grund und  Boden spielten, „über allem stehen“ bei diesem Turnier. Je später man auf  Frankreich treffe, das sein drittes olympisches Gold hintereinander anstrebt,  „desto wahrscheinlicher ist es, dass man es übersteht“. Am besten also erst im  Finale, wofür der Gruppensieg eine gute Basis böte.

          Torwart Andreas Wolff hatte wieder einen starken Tag
          Torwart Andreas Wolff hatte wieder einen starken Tag : Bild: dpa

          Die Form des deutschen Teams ist noch ausbaufähig, „vor allem in der Abwehr“,  wie Hanning findet. Die Wurfarbeit sei besser gewesen als beim Auftakt, aber  vor allem defensiv „haben wir gottseidank noch Potential“, denn um in Rio etwas  zu holen, müsse man „noch zulegen“. Kaum einmal kam Ruhe ins Spiel gegen die  Polen, die nach ihrer Auftaktniederlage gegen Brasilien mit wilder  Entschlossenheit bis kurz vor Schluss mithielten und immer wieder herankamen.

          Vor allem durch die Versuche, die seit einem Monat geltende neue Handballregel  zu nutzen, wonach der Torwart ständig fliegend gegen einen siebten Feldspieler  ausgetauscht werden kann, entstand viel Hektik, fielen viele Treffer ins leere  Tor auf beiden Seiten. Das führte aber auch zu manch unfreiwilliger  Slapstick-Einlage, die Pekeler damit erklärte, „dass wir noch in Übungsphase  sind“ in dieser neuen taktischen Variante. Gleich zweimal kollidierte Torwart  Andreas Wolff beim raschen Rückwechseln aufs Spielfeld und der Jagd zurück von  der Bank ins Tor mit eigenen Spielern. Einmal kam ihm Martin Strobel in die  Quere, einmal rannte er Paul Drux um, der zu Boden ging.

          Wolff ist „an Spieltag so extrem fokussiert, dass man ihn manchmal für  bescheuert hält“, sagte Rückraumriese Julius Kühn über den Torwart. „Diese  positive Verrücktheit kann er aber ruhig haben, wenn er dann so gut  hält“. Unmittelbar nach der Kollision mit Strobel verhinderte Wolff mit einer  grandiosen Parade den Ausgleich und rettete damit den letzten Rest eines durch  viele Ballverluste fast komplett eingebüßten Fünf-Tore-Vorsprungs - ein  Energiestoß fürs Team, das sich das Spiel danach nicht mehr aus der Hand nehmen  ließ.

          Wolff habe den „big point“ gemacht, „als wir gekippt sind“, sagte Hanning. Die  Leistung des Torwart-Stars fand er „noch nicht Weltklasse, aber  überdurchschnittlich“. Eine Einschätzung, die für das ganze Team galt, das nun  am Donnerstag auf den feurigen Gastgeber Brasilien trifft. „Die spielen sehr  kraftvoll, mit sehr viel Emotion“, sagt Pekeler. „Die gehen dahin, wo es  wehtut. Wir aber auch.“

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