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Olympia 2014 : Sotschi-Kritiker bleibt in Haft

Keine Bewährung: Jewgenij Witischko Bild: Picture-Alliance

Jewgenij Witischko, Kritiker von Korruption und Umweltvergehen rund um die Olympia 2014 in Sotschi, bleibt in Lagerhaft. Witischkos Aufseher hatten unter anderem argumentiert, der Umweltschützer habe Tomatenbeete nicht ordentlich gejätet.

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          Jewgenij Witischko, seit über einem Jahr in einem Lager inhaftierter Kritiker der Olympischen Winterspiele von Sotschi, muss seine dreijährige Haftstrafe weiter absitzen. Ein Gericht in der Stadt Kirsanow in der Oblast Tambow, in der das Lager liegt, in dem Witischko seine Strafe verbüßt, lehnte bei einem Prüfungstermin am Mittwoch die Aussetzung der Haft auf Bewährung ab.

          Das Gericht gab damit der Lagerverwaltung Recht, die argumentiert hatte, der Umweltschützer verdiene eine Freilassung auf Bewährung nicht, da er unter anderem ein Tomatenbeet nicht den Lagerregeln entsprechend gejätet, Essen unvorschriftsmäßig gelagert, Gefängnispersonal nicht adäquat gegrüßt und einem Mitgefangenen entgegen der Vorschriften seine Decke gegeben hatte. Die Verstöße seien Ausdruck seines Charakters, eine Aussetzung der Strafe komme daher nicht in Betracht.

          Witischko war im 2012 verurteilt worden, wegen des Besprühen eines Bauzaunes rund um ein nach seinen Angaben widerrechtlich in einem Wald begonnenes Bauvorhaben. Die ursprüngliche Bewährungsstrafe war dann wegen angeblicher Verstöße gegen die Auflagen unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Sotschi im Februar 2014 in Lagerhaft umgewandelt worden.

          Witischko ist Mitglied der Organisation „Ökologische Wacht im Nordkaukasus“, die massive negative Auswirkungen der Baumaßnahmen rund um die Winterspiele auf die Umwelt anprangert. Witischko ist am 7. April aus Protest gegen seine Haft in Hungerstreik getreten.

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