https://www.faz.net/-gtl-3gfb

Olympia 2012 : Leipzig will keinen „Ost-Bonus“

  • Aktualisiert am

Neue Mehrzweckhalle: „Arena Leipzig” Bild: dpa

Leipzig möchte vom NOK keinen Mitleidsbonus. „Wir müssen die Kriterien wie jede andere Stadt erfüllen“, sagt Oberbürgermeister Tiefensee

          Auf einen mitleidigen „Ost-Bonus“ will Leipzig im Kampf um die Gunst des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) verzichten. Die riesige Chance, ohnehin geplante Investitionen für eine im Aufbruch befindliche Region gleich doppelt nutzen zu können, gilt unter den Befürwortern trotzdem als wichtiges Argument.

          „Wir müssen die Kriterien wie jede andere Stadt erfüllen“, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD): „Die Kompaktheit ist der große Vorzug von Leipzig, da werden sich unsere Kontrahenten wundern. Die Sportstätten werden nicht mit der Gießkanne über Sachsen verteilt. Auch die in der Tradition begründete Sportbegeisterung ist ein Argument. Und wir haben in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, zu welchen Leistungen wir bei Sport und Kultur fähig sind.“

          „Leitprojekt für den Aufbau Ost“

          Rückenwind gibt es von der sächsischen Staatsregierung. Der neue Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) betrachtet die Bewerbung als „Leitprojekt für den Aufbau Ost“. Der Ex-Finanzminister des Freistaates erwartet Kosten von einer Milliarde Euro und Einnahmen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Milbradt: „Olympia ist machbar, wir können uns das leisten. Unsere Chancen steigen, wenn uns die ostdeutschen Länder unterstützen.“

          Im Osten wird geklotzt. Autobahnen, Zugstrecken oder Sportstätten erster Güte entstehen. Die Mehrzwecksportalle in Leipzig, rund 43 Millionen Euro teuer, wurde am 11. Mai feierlich eröffnet. Das mit Hilfe von 100 Millionen Mark aus Bundesmitteln neu erbaute Zentralstadion erlebt beim Deutschen Turnfest seine erste große Gala. Leipzig ist Spielort bei der Fußball-WM 2006. Die Volleyball-WM der Frauen, im kommenden Jahr die Hallenhockey-WM und der Team-Europacup der Leichtathleten sind Bewährungsproben. Das Weltcup-Finale der Springreiter in der Neuen Messe erntete Lobeshymnen.

          „Unser Konzept ist schlüssig“

          Die Unterlagen für die Bewerbung unter dem Motto „Spiele mit uns“ stellte die „Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH“ zusammen. Dirk Thärichen, Geschäftsführer der mit einem Budget von 4,3 Millionen Euro ausgestatteten Gesellschaft: „Wir können nur noch nicht alles zeigen, denn vieles wird erst noch entstehen.“ Aber Thärichen ist überzeugt: „Unser Konzept ist schlüssig. Welches Ballungszentrum hat soviele verfügbare Flächen wie wir zu bieten?“ Spiele der kurzen Wege werden propagiert, bis Dresden beträgt 2012 die Fahrzeit mit der Bahn nur 35 Minuten. Und Halle, das im Beherbergungskonzept eine Rolle spielt, liegt zwar in Sachsen-Anhalt - aber nur rund 30 Kilometer entfernt.

          Nicht nur Bundesinnenminister Otto Schily findet die Bewerbung „sympathisch“, die sechsmalige Schwimm-Olympiasiegerin Kristin Otto, Skisprung-Legende Jens Weißflog und der einstige Marathon-König Waldemar Cierpinski werben für Leipzig 2012. Vom Botschafter-Modell ist Leipzig aber abgegangen. Die Sportstars fungieren als Paten für Talente. Auch sonst ließen die Sachsen nichts aus: Schilder an den Grenzübergängen und Porzellan-Medaillen aus der weltberühmten Meißener Manufaktur künden von der Hoffnung auf den Olympia-Zuschlag.

          Weitere Themen

          Abteilung Torwartverteidiger

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.