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Olympia 2010 : Reaktionen: „Ein gutes Argument für Spiele 2012 in Europa“

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Die Wahl von Vancouver zum Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2010 wird von vielen Beobachtern als gutes Omen für Olympia 2012 in Europa gewertet. Franz Beckenbauer bemängelt dennoch eine „irrationale Entscheidung“.

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          Thomas Bach (IOC-Vizepräsident): „Es war eine Entscheidung für den besten Kandidaten. Die Reihenfolge spiegelt die technische Bewertung des IOC wider. Überrascht hat mich, wie nahe Pyeongchang am Sieg war. Die meisten Salzburg-Befürworter gingen im zweiten Wahlgang nach Vancouver, das hat den Kanadiern den Sieg ermöglicht. Europa hat nun für die Spiele 2012 ein gutes Argument. Toronto ist aus dem Rennen.“

          Roland Baar (IOC-Mitglied): „Das ist schon traurig für Salzburg, so wenig Stimmen haben sie nicht verdient. Pyeongchangs Abschneiden ist ein Hammer. Am Ende hat Vancouvers ganz starke Ausrichtung auf den Sport den Ausschlag gegeben.“

          Franz Beckenbauer (Olympia-Botschafter für Salzburg): „Ich bin überrascht, aber nicht enttäuscht. Es war wohl schon eine Vorwahl für die Sommerspiele 2012. Salzburg muß sich nichts vorwerfen, hat sich erstklassig verkauft und ist sehr sympathisch rübergekommen. Ich glaube, sportpolitsche Dinge haben den Ausschlag gegeben.Dagegen kann man auch mit einer sehr guten Bewerbung nichts machen. Schade, es wären für mich die ersten Olympischen Spiele als Vorläufer in Kitzbühel gewesen.“

          Klaus Kotter (Präsident des deutschen Bob- und Schlitten- Verbandes): „Das ist schon eine große Enttäuschung und eine echte Überraschung. Es wäre so gut für Königssee und das Berchtesgadener Land gewesen, wenn dort die olympischen Bob- und Rodel-Wettbewerbe stattgefinden hätten.“ folgt Stimmen drei dpa yyzz di ce ne Stimmen zur Vergabe der Olympischen Winterspiele 2010

          Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: „Ich bin wirklich sehr getroffen, denn die Bewerbung war gut, das Team hat exzellent gearbeitet. Aber das Leben geht weiter. Wir werden jetzt versuchen, so viele Medaillen wie möglich 2010 zu gewinnen.“

          Heinz Schaden (Bürgermeister Salzburg): „Wir müssen uns für unsere Bewerbung nicht schämen. Wir haben unser Bestes getan. Aber die anderen waren besser. So ist der Sport. Eine neue Kandidatur ist derzeit nicht aktuell und frühestens in zwei Jahren zu entscheiden.“

          Georg Hackl (dreimaliger Rodel-Olympiasieger): „Wir haben in diesem Wettkampf die Bronzemedaille gewonnen, aber wir wollten natürlich mehr erreichen. Es tut mir Leid für die Leute. Die haben so hart gearbeitet und Besseres verdient. Für Königssee war die Bewerbung trotzdem ein riesiger Image-Gewinn.“

          Hermann Maier (Doppel-Olympiasieger von Nagano): „Wir haben gewußt, daß es ein ganz knappes Rennen wird. Aber dass wir so früh ausscheiden, ist für mich total überraschend. „

          Franz Klammer (Abfahrts-Olympiasieger von 1976): „Wir sind gleich am ersten Tor eingefadelt.“ Wolfgang Schüssel (österreichischer Bundeskanzler): „Salzburg hat der Welt ein Super-Angebot gemacht. Aber so ist eben der Sport. Nur einer kann gewinnen.“

          John Furlong (Präsident des Bewerbungskomitees von Vancouver): „Es ist fantastisch und wir haben niemals besser gefühlt. Wir sind so aufgeregt und fühlen uns privilegiert, dass wir diejenigen waren, die das für unser Land geschafft haben. Ich habe immer gedacht, dass es hart wird. Wir haben stets gesagt, dass es am Ende ein sehr enges Rennen wird.“

          Susi Erdmann (mehrfache Rodelweltmeisterin): „Ich bin ziemlich entsetzt. Salzburg hatte das kompakteste Programm angeboten. Ich kann es nicht nachvollziehen. Das wären Top-Spiele gewesen. Dass man gleich im ersten Durchgang durchfliegen, hätte ich nicht gedacht. Man darf nicht aufgeben und sollte sich nochmal bewerben.“

          Hermann Weinbuch (Cheftrainer Nordische Kombination): „Ich habe eigentlich keine reelle Chance für Salzburg gesehen. Ich teile die Meinung von Hermann Maier, dass die Sportler für Salzburg wären. Die Wettbewerb in Salzburg wäre ein Fest geworden, aber solche Sachen werden von andern Gesichtspunkten entschieden. Mich wundert keine Entscheidung mehr.“

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