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Im Gespräch: Antje Buschschulte : „Ich bin so am Boden gewesen“

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„Wenn ich wüsste, warum die Weltspitze enteilt ist, wäre ich auch dabei” Bild: AP

Antje Buschschulte ist die einzige deutsche Schwimmerin, die bisher bei den Olympischen Spielen gute Leistungen erzielte. Im Interview spricht sie über die Gründe für das Scheitern des Teams, die Arbeit als Trösterin und die enteilte Weltspitze.

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          Im Water Cube von Peking erleben die deutschen Schwimmer ein olympisches Debakel. Antje Buschschulte konnte sich nach einer guten Zeit als Schlussschwimmerin der 4 x 100 Meter-Freistil-Staffel am Montag in 1:01;15 Minuten nicht für den 100-Meter-Rücken-Endlauf qualifizieren. Im Interview sagt die 29-Jährige, warum sie dennoch zufrieden ist, und warum das deutsche Team untergeht.

          Sie konnten das 100-Meter-Rücken-Finale nicht erreichen, wie beurteilen Sie Ihre Leistung?

          Ich war zwar langsamer als im Vorlauf (1:00,48), aber selbst mit Bestzeit wäre ich hier nicht weitergekommen. Es war sehr schwer für mich, hier heute morgen um 10.00 Uhr anzutreten, ich bin gestern Abend so am Boden gewesen. Erst musste ich meine Freundin und Zimmerkollegin Sarah Poewe trösten. Und dann noch Helge (Anm. der Red.: Ihr Lebensgefährte Helge Meeuw), das konnte ich nicht so gut wegstecken. Dann sollte ich noch schlafen und mich auf mein Rennen konzentrieren, das war einfach zuviel.

          Von Buschschulte getröstet: Zimmernachbarin Sarah Poewe
          Von Buschschulte getröstet: Zimmernachbarin Sarah Poewe : Bild: REUTERS

          Warum schwimmen die Deutschen so weit hinterher?

          Ich kann nur über mich selbst sprechen. Ich habe meine Leistung gebracht. Ich kann nichts dafür, dass die Weltspitze so dermaßen enteilt ist.

          Warum ist die Weltspitze denn enteilt?

          Wenn ich dass wüsste, wäre ich auch dabei. Ich habe nach meiner Schulteroperation 2007 sehr hart an Land und im Wasser trainiert. Mehr kann ich einfach nicht tun, und ich halte mich nicht für untalentiert. Ich habe mir 2007 überlegt, ob ich in diesem Feld noch mitschwimmen will, ob das noch meine Schwimmwelt ist. Aber ich wollte nicht mit einer so schwachen Zeit abtreten. Nun bin ich zufrieden.

          Wird nach dem schwachen Abschneiden des Teams die Diskussion über die Anzüge wieder von Neuem beginnen?

          Diese Leistungen hier liegen nicht an den Anzügen. Alle Hersteller haben mittlerweile gute Materialien. Außerdem machen Anzüge nicht solche extremen Zeitunterschiede aus.

          Wie schon 2000 in Sydney und 2004 in Athen sind die deutschen Schwimmer bei Olympia langsamer als bei den deutschen Meisterschaften in Berlin. Woran liegt das?

          Bei mir war das nicht so, und die Wettkämpfe sind ja noch nicht zu Ende. Dass sie Angst hatten, kann ich mir nur bei den jungen Kollegen vorstellen. Bei Sarah und Helge muss man genauer hinsehen, man sollte nicht alle über einen Kamm scheren. Für die Älteren war es natürlich ein Schock, zu sehen, dass die anderen Nationen noch schneller schwimmen als während der Saison. Normalerweise sind die Rennen bei Olympia ja etwas langsamer, das ist hier nicht der Fall.

          Kann die 4 x 100 Meter Lagen Staffel der Frauen die Bilanz noch aufbessern?

          Mal sehen, was uns da erwartet. Über die Besetzung muss noch gesprochen werden, aber ich bin ja die einzige Rückenschwimmerin, die einigermaßen mithalten kann.

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