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Im Gespräch: Dirk Nowitzki : „Das sind die Olympischen Spiele - da nimmt man alles in Kauf“

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„Ich habe zehn, elf Jahre auf diesen Traum hingearbeitet” Bild: REUTERS

Er könnte allein von den Zinsen seines Gehalts im Luxushotel wohnen. Aber der Würzburger Weltstar will unbedingt das Flair des olympischen Dorfes spüren, Athleten anfeuern, einer unter 10.000 sein. Im FAZ.NET-Gespräch erzählt Dirk Nowitzki, was ihm Olympia bedeutet.

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          Er könnte im Luxushotel wohnen, allein von den Zinsen seines Gehaltes. Aber der Würzburger Weltstar des Basketballs will unbedingt das Flair des olympischen Dorfes spüren, Athleten anfeuern, einer unter 10 000 sein. Zehn Jahre hat er davon geträumt, im FAZ.NET-Gespräch erzählt der unterfränkische Tennismeister und NBA-Star Dirk Nowitzki, was ihm Olympia bedeutet.

          Wo werden Sie schlafen in Peking?

          Im Olympischen Dorf natürlich. Das macht ja den Reiz von den Spielen aus.

          Nowitzki (im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Puerto Rico): „Es war immer mein Traum, einmal im Dorf zu sein”

          Aber die Betten sind nur einen Meter breit und zwei Meter lang.

          Das sind die Olympischen Spiele – da nimmt man alles in Kauf. Es geht dort nicht um den Schlaf, sondern um die Atmosphäre vor Ort. Dabei sein, ins Stadion einlaufen und hoffentlich unser Land gut vertreten. Der Rest spielt keine Rolle.

          Das nötige Kleingeld für einen Aufenthalt in einem feinen Hotel hätten Sie.

          Sicher. Aber es war immer mein Traum, einmal im Dorf zu sein, andere Sportler kennen zu lernen, in der Mensa mit allen zu essen. Das macht das Feeling aus. Außerdem bin ich mit den Mavericks das ganze Jahr in schönen Hotels.

          Sie wollen ein Athlet unter Zehntausend sein?

          Ich muss mal sehen, wie das mit dem Rummel abläuft. Ich habe wirklich keine Ahnung, ich war ja noch nie dabei. Aber ich hoffe, dass ich mich einigermaßen bewegen und Spaß haben kann mit den Jungs. Dass ich mir an den freien Tagen mal ein bisschen was anschauen oder andere Athleten anfeuern kann. So stelle ich mir diese Zeit zumindest vor.

          Eher wie eine Sommerreise zum Höhepunkt der Karriere?

          Genau. Ich habe zehn, elf Jahre darauf hingearbeitet, und dann ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Ich war in der letzten Woche total platt, hatte einen richtigen Durchhänger, habe drei Tage beinahe durchgeschlafen. Da ging echt gar nichts. Auch emotional habe ich mich total leer gefühlt. Nun sind wir wieder mit der Mannschaft zusammen und jetzt kommt die Freude, dass wir bald dahin fahren.

          Bei den Spielen 1992 in Barcelona wurden Steffi Graf und Boris Becker von deutschen Sportlern beim Einmarsch um Autogramme gebeten. Wäre das für Sie ein Problem?

          Hansi Gnad (Center der Nationalmannschaft 1992) hat mir davon erzählt. Für die Steffi war es ja so schlimm, dass sie am nächsten Tag aus dem Dorf ausgezogen ist. Natürlich hoffe ich, es wird nicht so schlimm, dass es mir zu viel wird.

          Können Sie es verstehen, wenn jemand ein Autogramm von Ihnen haben möchte?

          So ein Autogramm ist total überbewertet. Im Endeffekt kann kein Mensch lesen, was da wirklich drauf steht. Ich sehe schon eher ein, wenn sich jemand mit mir ablichten lässt. Von einem Bild hat man wenigstens etwas. Aber so ein Autogramm würde ich mir nie holen.

          Woher kommt die Sehnsucht bei Ihnen, einer von vielen zu sein, nicht derjenige, der aus der Masse ragt?

          Das hat sich schon früh abgezeichnet. Ich war immer ein Mannschaftssportler. Vielleicht hätte ich auch Tennis spielen können. Aber was mit einer Mannschaft zu machen, mit ihnen im Bus zu Jugendmeisterschaften zu fahren, das hat mir immer mehr Spaß gemacht. Verbohrte, egoistische Tennisspieler – das war nie meine Welt auf den Turnieren. In der Gemeinschaft hatte ich immer mehr Spaß. Deshalb war für mich die Entscheidung, mit Tennis aufzuhören relativ einfach.

          Auch wenn Sie da Ihren bisher einzigen Titel gewonnen haben.

          Stimmt. Unterfränkischer Meister bin ich geworden. Das war ganz groß. Aber auch nur, weil damals derjenige, der gegen mich immer gewonnen hat, nicht beim Turnier dabei war.

          Wer darf denn jetzt bei den Amerikanern nicht in der Mannschaft sein, damit Sie gegen die eine Chance haben in der Vorrunde?

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