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Olympia-Nachwehen : Fidel Castro zürnt gegen die Mafia

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Einer von vier Kubanern, die im Kampf um Gold unterlagen: Yankeil Alarcon (l.) im Bantamgewicht gegen den Mongolen Badar-Uugan Enkhbat Bild: dpa

Eine „Mafia“ habe es geschafft, Kuba durch einen dreisten Raub um seine Medaillen zu bringen, zürnte Fidel Castro nach den enttäuschenden Box-Resultaten. Nach dem Skandal durch Angel Valodia Matos im Taekwondo hatte er gewettert: „Nichts kann mich dazu bringen, gegen diese Mafia zu schweigen.“

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          Kubas Revolutionsführer Fidel Castro ist erbost über die Box-Pleite seiner Olympioniken bei den am Sonntag zu Ende gegangenen Olympischen Spielen in Peking. Eine „Mafia“ habe die Regeln des olympischen Komitees verspottet und es geschafft, Kuba durch einen dreisten Raub um seine Medaillen zu bringen.

          Schon nach dem Skandal durch den früheren Olympiasieger Angel Valodia Matos bei den Taekwondo-Wettbewerben hatte Castro gezürnt: „Nichts kann mich dazu bringen, gegen diese Mafia zu schweigen.“ Castro forderte „volle Solidarität“ mit dem Sportler. Matos war im Bronze-Kampf gegen den Kasachen Arman Tschilamnow ausgerastet und hatte dem schwedischen Schiedsrichter Chakir Chelbat einen Fußtritt an den Kopf versetzt. Der Unparteiische erlitt eine Platzwunde an der Unterlippe. Der Skandinavier hatte Matos zuvor disqualifiziert, weil der Taekwondoka seine Verletzungsauszeit überzogen hatte. Der Kubaner lag zu dem Zeitpunkt 3:2 in Führung. Matos, der nur mit Mühe von Offiziellen und Trainern beruhigt werden konnte, wurde anschließend vom Taekwondo-Weltverband lebenslänglich von allen Wettbewerben ausgeschlossen, zudem wurden seine bisherigen Ergebnisse gelöscht.

          „Es war kriminell, was sie mit den Jungen gemacht haben“

          Ohne Namen zu nennen schrieb Castro nun in einem am Montag veröffentlichten Artikel, dass zwei kubanischen Boxern in den Semifinalen von vorneherein der Sieg genommen worden sei. „Es war kriminell, was sie mit den Jungen unserer Boxmannschaft gemacht haben, um die Arbeit derjenigen zu vervollständigen, die sich damit beschäftigen, Athleten aus der Dritten Welt zu rauben“, fügte Castro in Anspielung auf die Flucht der besten kubanischen Boxer unter anderen nach Deutschland hinzu.

          Kubas Angel Valodia Matos gegen Schiedsrichter Chakir Chelbat: lebenslängliche Sperre nach dem Fehltritt

          Hinsichtlich der nächsten Spiele in London 2012 warnte er vorsorglich vor dem „europäischen Chauvinismus“ gegenüber den Ländern der Dritten Welt: Auch dort würden korrupte Schiedsrichter eine Rolle spielen und vor allem werde es zu einem „Kauf von Muskeln und Gehirnen kommen“, warnte Castro in Anspielung auf die Tatsache, dass sich zahlreiche kubanische Hochleistungssportler aus Kuba abgesetzt haben, um in anderen Ländern mit ihrem Sport erfolgreich zu sein und Geld zu verdienen.

          Dem Medaillenspiegel zufolge lag Kuba in Peking mit 24 Medaillen, davon aber nur zwei aus Gold, auf dem 21. Platz. In Athen 2004 hatte Kuba noch den elften Platz errungen.

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