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Isinbajewas 22. Weltrekord : Den Sternen wieder ein Stückchen näher

  • Aktualisiert am

Die Frau für die magischen Momente Bild: AFP

Noch im Herbst hatte sich die First Lady des Stabhochsprungs voller Selbstzweifel zurückgezogen. Jetzt kam Jelena Isinbajewa stärker denn je zurück. Die Russin steigerte in Rom ihren Weltrekord auf 5,03 Meter.

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          Jelena Isinbajewa hat der Golden League einen großen italienischen Moment geschenkt. Die Russin aus Wolgograd, die in Formia in Italien trainiert und lebt, steigerte am Freitagabend kurz vor Mitternacht im Olympiastadion von Rom den Weltrekord im Stabhochsprung auf 5,03 Meter. Seit der Weltmeisterschaft von Helsinki im August 2005 hielt die Sechsundzwanzigjährige die Bestmarke von 5,01 Meter. „Die Isinbajewa berührt den Himmel“, jubelte die Gazzetta dello Sport. Die 5,03 Meter stehen für ihren 22. Weltrekord; im Freien hat sie damit das Dutzend voll gemacht.

          Auf Italienisch bedankte sich Jelena Isinbajewa bei den rund 20.000 Zuschauern, die bis mitten in der Nacht ausgeharrt hatten, für deren Unterstützung. „Grazie mille per il vostro supporto“, rief die Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin durchs Stadionmikrofon. Schon den Kampfrichtern war sie in der Sprache ihrer Wahlheimat gekommen, als sie die Höhe für ihre letzten Versuche auflegen ließ: „Cinque, zero, tre!“

          So italienisch und so stark wie nie zuvor

          Als sie die Latte im zweiten Versuch überflog, hatte sie ihrem Publikum damit nicht nur unvergessliche Sekunden geschenkt, sondern auch einen Zentimeter. Entgegen ihrer Gewohnheit und der ihres Vorbildes Sergej Bubka steigerte sie den Rekord nicht um einen, sondern um zwei Zentimeter. Womöglich ist das die neue, die italienische Jelena Isinbajewa, die nicht mit einer Salami-Taktik auf immer neue Zahltage spekuliert, sondern sich dem Gefühl und der Laune hingibt.

          „Ich hatte Hunger auf diesen Rekord”

          Zwischen der Freude, erstmals seit der Weltmeisterschaft von Osaka (die sie gewann) wieder unter freiem Himmel zu springen, und dem Ärger, den Rauswerfer des Abends geben zu müssen, schwankte die Russin temperamentvoll hin und her. Mit nur zwei Sprüngen, über 4,70 und 4,85 Meter gewann sie den Wettbewerb gegen die Polin Monika Pyrek (4,75 Meter). Dann mühte sie sich ein wenig mit 4,95 Meter, die sie erst im dritten Versuch meisterte.

          „Ich hatte Hunger auf diesen Rekord“

          „Ich war wütend, weil man mich an den Schluss gesetzt und mir gesagt hatte, es gebe neue Stars in der Leichtathletik“, sagte sie nach ihrem Triumph. „Ich hatte Hunger auf diesen Rekord, und ich wollte ihn in Rom springen, weil dies ein wunderbares Stadion ist, weil ich hier lebe und weil ich die Leute hier liebe.“

          Noch im Herbst hatte sich die First Lady des Stabhochsprungs voller Selbstzweifel zurückgezogen. Die mit Trainer Vitali Petrov erarbeiteten Änderungen an der Technik, der Einsatz härterer Stäbe brachten nicht den erhofften Fortschritt. Stattdessen machten sich Selbstzweifel breit, manche sprachen gar von einer ausgewachsenen Existenzkrise. Beim Sportfest von Donezk steigerte sie ihren Indoor-Weltrekord auf 4,95 Meter, in Bydgoszcz in Polen verlor sie ihren ersten Wettkampf nach 23 Siegen in ununterbrochener Reihenfolge ausgerechnet gegen ihre russische Erzrivalin Svetlana Feofanova. Nun also ist sie wieder da - so italienisch und so stark wie nie zuvor.

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