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Im Gespräch: Sandra Smisek : „Olympia gehört Leichtathleten, Schwimmern und Turnern“

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31 Jahre alt, 128 Länderspiele, aber erst jetzt das Olympiadebüt: Sandra Smisek (l.) Bild: dpa

Sandra Smisek hat 128 Länderspiele für Deutschland bestritten und 33 Tore erzielt. Im FAZ.NET-Gespräch erklärt die 31 Jahre alte Spielerin vom 1. FFC Frankfurt, weshalb sie trotzdem am Mittwoch gegen Brasilien ihr Olympiadebüt feiert.

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          Sandra Smisek vom 1. FFC Frankfurt hat 128 Länderspiele für Deutschland bestritten und 33 Tore erzielt. Seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr ist die 31 Jahre alte Bonameserin Stammkraft im Sturm der DFB-Auswahl an der Seite ihrer Vereinskameradin Birgit Prinz.

          Sie spielen seit 1995 in der Nationalmannschaft, haben 128 Länderspiele für Deutschland bestritten, haben aber bei den drei Olympischen Spielen seit Aufnahme des Frauenfußballs ins olympische Programm gefehlt. War das Ihr persönlicher Olympiaboykott?

          (lacht): Nein, schön wäre es. Das hat leider viel profanere Gründe. 1996 durfte der damalige Bundstrainer Gero Bisanz nur 16 Spielerinnen mitnehmen, ich habe als Nummer 17 oder 18 auf Abruf bereitgestanden. 2000 habe ich mich wenige Tage vor dem Abflug nach Sydney verletzt und 2004 hat mich Tina Theune-Meyer nicht für Athen nominiert.

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          Jetzt steht aber dem Debüt nichts mehr im Weg, oder?

          Ich denke nicht. Ich habe in den letzten Tagen sehr aufgepasst, dass mir nichts mehr passiert.

          Sind denn Olympische Spiele für Sie als Fußballerin so etwas besonderes?

          Es ist für mich etwas besonderes, weil ich noch nie dabei war. Das macht allein schon neugierig. Aber für mich hätten die Spiele ruhig wo anders stattfinden können, weil ich schon sechs Mal in China war, zuletzt im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft.

          Da waren Sie erfolgreich. Sie sind Weltmeisterin geworden und waren eine Leistungsträgerin.

          Das war sicher das persönlich beste Turnier meiner Karriere.

          Kann Olympia das Erlebnis toppen?

          Ich denke nicht. Grundsätzlich sind wir in unserem Vorrundenspielort Shenyang schon ziemlich weit ab vom Schuss. Ich denke aber, dass wir Fußballerinnen und Fußballer zurecht nicht so im Mittelpunkt der Spiele stehen.

          Warum?

          Die Olympischen Spiele gehören den Leichtathleten, Schwimmern und Turnern und all den anderen Sportarten. Ich habe denen als Kind immer sehr gerne am Fernseher zugeschaut. Wir Fußballer haben unsere Weltmeisterschaften als Höhepunkt.

          Zählt der Olympiasieg also nichts im Vergleich zur Weltmeisterschaft?

          Der Olympiasieg ist der einzige Titel, den eine deutsche Nationalmannschaft noch nicht gewonnen hat, weder bei den Frauen noch den Männern. Von daher wäre das natürlich schon ein Riesenerfolg. Aber die Weltmeisterschaft zählt mehr. Basta.

          Bedeutet das, dass Sie die Spiele mit weniger Konzentration angehen als die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr?

          Nein. Allein schon deshalb, weil wir unbedingt das Olympische Dorf erreichen wollen. Da kommen wir nur hin, wenn wir ziemlich weit, bis ins Halbfinale oder Finale, kommen. Dann kann ich vielleicht auch mal eine andere Sportart besuchen.

          Ist Ihr Team denn gut genug in Form für die schwere Vorrundengruppe mit WM-Finalgegner Brasilien zum Auftakt (Mittwoch, 11 Uhr, MESZ), Nigeria und Nordkorea?

          Ich denke schon, auch wenn wir nur vier Wochen Vorbereitung hatten statt zehn wie im Vorjahr. Die 0:2-Niederlage gegen Norwegen im letzten Testspiel war der richtige Warnschuss zu rechten Zeit.

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