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Frauenfußball : Die chinesische Mauer ist zerbröckelt

Geschlagen! Nach 432 Minuten kassiert Nadine Angerer ein Tor, dann folgen noch drei Bild: dpa

433 Spielminuten blieb die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft beim olympischen Turnier ohne Gegentreffer. Dann fiel die „chinesische Mauer“ im Angriffswirbel der Brasilianerinnen. Nach der 1:4-Niederlage im Halbfinale bleibt nur noch die Chance auf Bronze.

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          Der Traum vom Olympiagold ist vorüber: Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft musste sich im Halbfinale des olympischen Turniers in Schanghai dem Dauerrivalen Brasilien mit 1:4 geschlagen geben.

          Deutschland kann jetzt nur noch wie vor vier Jahren in Athen und vor acht Jahren in Sydney die Bronzemedaille gewinnen, auf den einzigen fehlenden Titel in der Sammlung des DFB muss die „goldene Generation“ um Birgit Prinz, Renate Lingor und Ariane Hingst jedoch wohl für immer verzichten.

          Abwehrbollwerk geschlagen

          In der Revanche für das WM-Endspiel, das vor knapp einem Jahr ebenfalls in Schanghai, jedoch in einem anderen Stadion mit 2:0 für Deutschland endete, ging die DFB-Auswahl zunächst durch den ersten Turniertreffer von Torjägerin Birgit Prinz nach acht Minuten in Führung. Noch vor der Pause musste sich die Hintermannschaft des Teams von Silvia Neid jedoch erstmals dem unwiderstehlichen Angriffswirbel der Brasilianerinnen beugen. Formiga vollendete einen brasilianischen Konter nach Vorarbeit der Weltfußballspielerin Marta zum Ausgleich.

          Brasilien tanzt nach dem Halbfinalsieg, Deutschland trauert um Gold

          Es war der erste Gegentreffer für die fast schon als unschlagbar geltende Torhüterin Nadine Angerer im elften Turnierspiel als deutsche Nummer eins. Während der WM im Vorjahr wie auch in den vorherigen 432 olympischen Turnierminuten war Angerer ohne Gegentor geblieben.

          Zweite Halbzeit chancenlos

          In der zweiten Halbzeit hatten die Brasilianerinnen das Heft endgültig fest in der Hand. Cristiane und Marta sorgten bereits in der Anfangsviertelstunde des zweiten Abschnitts für die 3:1-Führung, Cristiane zerstörte mit ihrem zweiten Treffer eine Viertelstunde vor Schluss dann die letzten Hoffnungen der Weltmeisterinnen von 2003 und 2007.

          Untröstlich war nach dem Spiel Stürmerin Anja Mittag, die nach 15 Minuten die Riesenchance zum frühen 2:0 kläglich vergab. Mittag tauchte plötzlich allein vor der brasilianischen Torhüterin Barbara auf, brachte den Ball aber nicht an der Schlussfrau vorbei.

          „Wir hätten es besser machen müssen. Wir waren nahe dran. Jetzt müssen wir uns damit begnügen, dass wir um Bronze spielen. Mit einer Medaille nach Hause zu kommen, wäre toll, aber wir haben sie noch nicht“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid: „Die Mannschaft hat alles aus sich herausgeholt. Es hat einfach nicht gereicht.“

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