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Deutsche Fußballfrauen : Dem Etappenziel ganz nahe

Birgit Prinz und Kolleginnen müssen sich steigern Bild: AFP

Die deutschen Fußballfrauen stehen nach dem 1:0 gegen Nigeria vor dem Einzug ins Viertelfinale des olympischen Fußballturniers. Dabei machte nur die Schlussphase Hoffnung auf weitere erfolgreiche Olympiatage.

          Im ersten Spiel ein null zu null, dann schoss Sonja Pfeilschifter am Ziel vorbei, und Stefan Schumacher kam auch nicht an der Mauer vorbei: Es war ein deutscher Rumpelstart quer durch die Sportarten in Peking, aber dann war er nach dem Unentschieden der Fußballerinnen vom Mittwoch gegen Brasilien und den samstäglichen Nullnummern beim Schießen und Radfahren dann doch endlich da: der erste Sieg einer deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Fußball-Weltmeisterinnen gewannen ihre zweite Begegnung in der Vorrundengruppe F verdient 1:0 gegen Nigeria durch ein Tor von Kerstin Stegemann in der 65. Minute und stehen damit vor dem Einzug ins Viertelfinale. Damit können sie dem letzten Gruppenspiel am Dienstag gegen Nordkorea vergleichsweise gelassen entgegensehen, da die beiden besten Gruppendritten eine Runde weiterkommen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid, nachdem sich das Team nach einer schwachen ersten Halbzeit noch entscheidend steigern konnte und dem olympischen Etappenziel ganz nahe gekommen ist.

          Nadine Angerer - einmal mehr der große Rückhalt

          Bis zur Pause war es jedoch wieder einmal Torhüterin Nadine Angerer zu verdanken gewesen, dass die Deutschen nicht in Rückstand und in eine weit schwierigere Lage geraten waren. Diesmal bewahrte sie das Team vor allem bei einem Alleingang von Sarah Michael in der ersten Halbzeit vor einem Rückstand, als sie auch noch den Nachschuss abwehrte. Die Torhüterin, die schon bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr in allen sechs Spielen ungeschlagen geblieben war, ist bisher auch bei Olympia einfach nicht zu bezwingen. „Sie ist eine Schlüsselspielerin“, sagte die Bundestrainerin über den großen Rückhalt.

          „Sie ist eine Schlüsselspielerin”: Nadine Angerer

          Mit der Einwechslung von Stürmerin Anja Mittag in der 63. Minute wurde dann auch das bis dahin schwerfällige Offensivspiel stärker. Die Potsdamerin war gerade zwei Minuten auf dem Platz, als sie sich auf der rechten Seite beherzt durchsetzte. Ihr kluges Zuspiel nutzte Kerstin Stegemann zum entscheidenden Treffer, was man nicht unbedingt erwarten konnte. Der Verteidigerin gelang erst ihr achtes Tor im 182. Länderspiel.

          Bundestrainern Neid: „Wir sind auf einem guten Weg“

          Vor allem die Schlussphase machte Hoffnung auf weitere erfolgreiche Olympiatage. „Wir haben uns in das Spiel hineingekämpft. Am Ende hatte ich sogar das Gefühl, dass wir das Tempo bestimmt haben“, sagte Silvia Neid.

          Ihr Gefühl trog nicht: Die Deutschen spielten nach der Führung immer besser und schneller – und dies gegen die Afrikanerinnen, die die Temperaturen von über 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent eher gewöhnt sein dürften. „Wir müssen uns nach vorn aber noch verbessern, mehr Präzision reinbekommen“, sagte die Bundestrainern, die aber nicht allzu lange über diese Schwäche reden wollte. „Wir sind auf einem guten Weg.“

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