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2:3 gegen China : Für die Golden Girls geht es nur noch um Bronze

Niedergeschlagen: die deutschen Hockeyspielerinnen Bild: dpa

Peking ist nicht Athen: Die deutschen Hockey-Damen sind auf dem Weg zum abermaligen Olympiasieg gescheitert. In der Neuauflage des Halbfinals von 2004 unterlag die Mannschaft von Trainer Behrmann China mit 2:3 (1:1) - weil sie die Chinesinnen nicht bremsen konnten.

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          Eine letzte Chance, eine allerletzte Chance. Die Spielzeit war schon abgelaufen, aber die deutschen Hockeydamen durften noch einmal auf ein Happyend in diesem olympischen Halbfinale hoffen. 3:2 führte China, aber nun warteten alle gespannt auf die Strafecke, die gemäß den Hockeyregeln auch nach der Spielzeit noch ausgeführt werden muss.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die deutschen Damen wählten die Variante, die ihnen vor vier Jahren die 1:0-Führung bei ihrem sensationellen Endspielsieg beschert hatte - aber diesmal wiederholte sich die Geschichte nicht. China jubelt, wie schon so oft bei diesem olympischen Spielen, und hat nun die Chance, erstmals die Goldmedaille zu gewinnen. Der Gegner im Finale sind die Weltmeisterinnen aus den Niederlanden, die gegen Argentinien 5:2 (3:0) gewannen.

          Zu entschlossen wirkten die Chinesinnen

          Verdient war der Sieg der Asiatinnen allemal, die über fast die gesamte Spielzeit die Partie bestimmt hatten und den Deutschen kaum Raum und Zeit gaben. „Wir hätten viel ruhiger spielen und das Tempo aus dem Spiel nehmen müssen“, sagte die Braunschweiger Abwehrchefin Tina Bachmann. Das aber war vermutlich viel leichter gesagt als getan, zu entschlossen wirkten die Chinesinnen an diesem Tag vor eigenem Publikum.

          Hockeypanorama: die Deutschen kämpften, die Chinesinnen gewannen

          Auch eine zweimalige Führung reichte der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes allerdings nicht, um mehr Kontrolle über das Spiel zu bekommen. Die Berlinerin Natascha Keller hatte in ihrem 303. Länderspiel für die 1:0-Führung gesorgt, die Gao Lihua vier Minuten vor der Pause aber wieder ausglich, als sie völlig alleingelassen vor der herausstürzenden Torhüterin Kristina Reynolds auftauchte und die Hockeykugel ins Tor lupfte.

          Die chinesische Kapitänin durfte doch mitwirken

          Mit dem ersten Angriff in der zweiten Halbzeit aber lagen die deutschen Damen wieder vorne, als Janine Beermann nach einer sehenswerten Kombination von Natascha Keller und Maike Stöckel den Ball über die Linie schob. Doch auch die abermalige Führung hatte nicht lange Bestand, denn Ma Yibo nutzte vier Minuten später die vierte Strafecke zum 2:2. Um den Einsatz der chinesischen Kapitänin hatte es einige Diskussionen gegeben, denn wegen der Tumulte beim letzten Gruppenspiel gegen Australien war die Mannschaftsführerin ursprünglich von der technischen Kommission gesperrt worden, durfte dann aber doch mitwirken.

          Der Mut der Verzweiflung half nicht

          Der Druck der Asiatinnen nahm nach dem Ausgleich immer mehr zu, aber die Hamburger Torhüterin Kristina Reynolds war wie schon in der ersten Halbzeit die überragende Spielerin auf dem Platz. Angriff auf Angriff rollte dennoch auf das deutsche Tor zu. „Das war China, wie man es kennt“, sagte Tina Bachmann. Turbulent ging es dann in der Schlussphase zu, als die deutschen Damen nach einer Stunde schon über das vermeintliche 3:2 jubelten, die argentinische Schiedsrichterin aber den Vorteil übersehen und auf Strafecke entschieden hatte. Fast im Gegenzug kam China zum Siegtreffer, der zumindest umstritten schien: Erst per Videobeweis entschied der Oberschiedsrichter, dass kein gefährliches Spiel der Asiatinnen vorgelegen hatte.

          Mit dem Mut der Verzweiflung versuchte der Olympiasieger von 2004 danach, der Partie noch eine Wende zu geben und erspielte sich mehrere einige Chancen. Nutzen aber konnte sie keine, und auch die letzte von drei Strafecken brachte nicht mehr den ersehnten Ausgleich. „Heute abend dürfen wir noch ein bisschen weinen, aber ab morgen konzentrieren wir uns auf das Spiel um Platz drei“, sagte Anke Kühn.

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