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Ole Einar Björndalen : Ein Hobby-Sportler schreibt Olympische Geschichte

  • -Aktualisiert am

Ein Mann, der große Schatten wirft: Ole Einar Björndalen Bild:

Der Norweger Ole Einar Björndalen dominiert die Biathlon-Wettbewerbe in Salt Lake City. Ein Porträt des Olympiasiegers.

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          Er ist auf dem Weg zum erfolgreichsten Athleten der Olympischen Winterspiele. Der erfolgreichste Hobby-Sportler in Salt Lake City ist er auf jeden Fall. „Viele Leute sagen, Biathlon sei mein Beruf, aber es ist mein Hobby“, sagt Ole Einar Björndalen, der mit seiner dritten Goldmedaille im dritten Biathlon-Wettbewerb schon jetzt der Star der Spiele ist.

          Noch nie hat ein Biathlet alle Einzeltitel bei Olympia gewonnen. Mit der Biathlon-Staffel könnte Björndalen sein viertes Gold holen. Mehr ist nicht möglich: Für die norwegische Langlaufstaffel erhielt er keinen Startplatz.

          Der 28-Jährige, der schon in Nagano Gold im Sprint gewann, ist nach seinem Gold-Hattrick in Soldier Hollow gemeinsam mit dem Russen Alexander Tichonow erfolgreichster Skijäger der Olympia-Geschichte.

          Den Erfolg im Visier: Ole Einar Björndalen
          Den Erfolg im Visier: Ole Einar Björndalen : Bild: dpa

          Der Norweger ist natürlich ein Vollprofi, der für und von seinem Sport lebt. Aber sich das Image zu geben, die Entbehrungen durch den Alltag eines Athleten nur aus Freude am Sport auf sich zu nehmen, macht es dem 28-Jährigen leichter, sein immenses Trainingspensum zu absolvieren. Der Spaß am Sport, bei Björndalen mehr als eine Floskel, brachte ihn vor zwölf Jahren zum Biathlon.

          Wurzeln im Langlauf nicht vergessen

          Als 16-Jähriger war er dreifacher Langlauf-Landesmeister. Und das in einem Land wie Norwegen, wo die nationale gleichbedeutend ist mit der Weltspitze. Dennoch entschied sich der Teenager, die sichere Langlaufkarriere aufzugeben und bei den damals noch nicht so anerkannten Skijägern zu trainieren. „Ich war besser im Langlauf, aber das Schießen hat einfach mehr Spaß gemacht“, sagte Björndalen.

          Seine Wurzeln im Langlauf hat er dennoch nicht vergessen. Der 1,79 Meter große und 66 Kilogramm leichte Athlet trat auch ohne Gewehr über 30 km an und kam mit einem hervorragenden sechsten Platz ins Ziel. „Man braucht eine Menge Erfahrung, um in einem Langlaufrennen erfolgreich zu sein, man muss eine Menge über die anderen Athleten und ihre Taktik wissen“, betonte Björndalen.

          Mentales Training zahlt sich aus

          Mit seiner enormen läuferischen Stärke war er in der Loipe schon immer besser als die anderen Biathleten. Bessere Ergebnisse vor allem in diesem Winter sind bisher an seinen durchwachsenen Schussleistungen gescheitert. Björndalen reagierte, stellte sein Training um, schoss weniger aber konzentrierter und ist pünktlich zu Olympia auch am Schießstand fast fehlerfrei.

          Neben den Stunden im Schnee und am Gewehr investiert der Norweger viel Zeit in mentales Training. „Seit sieben Jahren arbeite ich daran und lasse mir von meinem Freund Oyvind Hammer helfen, jetzt zahlt es sich aus“, sagt Björndalen.

          Bescheiden und zurückhaltend

          „Er ist phänomenal, er kommt von einem anderen Stern“, beschreibt Männer-Bundestrainer Frank Ullrich den sympathischen Konkurrenten. „Er schwimmt jetzt auf eine Welle des Erfolges, die Norweger werden deshalb nur ganz schwer in der Staffel zu schlagen sein.“ Staffel-Gold wäre sein viertes in Salt Lake, damit wäre ihm die Ehre des Besten der Spiele kaum noch zu nehmen. Vor vier Jahren in Nagano wurde er Olympiasieger im 10 km-Sprint. Einziger Konkurrent im Fernkampf um die meisten Goldmedaillen ist derzeit der bayerische Spanier Johann Mühlegg, der bereits zwei Langlauf-Goldmedaillen gewann und noch weitere Rennen vor sich hat.

          Die norwegische Langlaufstaffel hat ihm keinen Platz eingeräumt. „Wenn ich gut genug bin, will ich starten, aber ich wäre auch nicht enttäuscht, wenn es nicht klappen sollte“, sagte der Norweger schon vorher gewohnt bescheiden und zurückhaltend.Björndalen lebt mit seiner Freundin, der italienischen Biathletin Nathalie Santer, in Italien in der Nähe des Toblach-Gletschers. Er trainiert dort das ganze Jahr in der Höhenluft. Auch dass macht ihn in Soldier Hollow, wo 88 Kilometer von Salt Lake City auf einer Höhe von 1.700 Metern in den Wasatch Mountains die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe ausgetragen werden, so unbezwingbar.

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