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Nordischer Skisport : Ronny Ackermann holt auf im Weltcuprennen

  • Aktualisiert am

Zweiter im Schatten der Schanzen: Ronny Ackermann Bild: dpa

Der nordische Kombinierer hat nach dem zweiten Platz im Sprint zu Lahti nur noch 31 Punkte Rückstand auf Felix Gottwald.

          2 Min.

          Die deutschen nordischen Wintersportler haben auch nach Olympia ihre Erfolgsserie mit zwei Silberplätzen in Lahti fortgesetzt.

          Der Kombinations-Olympiazweite Ronny Ackermann machte mit einer furiosen Aufholjagd im Sprint einen wichtigen Schritt zum ersten deutschen Gesamtweltcupsieg seit 16 Jahren, während die Langlauf-Olympiadritten Rene Sommerfeldt und Tobias Angerer in der Sprint-Staffel nur um 0,2 Sekunden am Sieg vorbeirannten.

          Die Frauen der deutschen Gold-Staffel hatten auf den Weltcup verzichtet, Schlussläuferin Evi Sachenbacher versuchte sich stattdessen bei „Wetten, dass“ als Kellnerin.

          Zwei Deutsche auf dem Stockerl

          „Die Teamarbeit war heute extrem wichtig“, erklärte Ackermann. Nach 116 Meter und einem enttäuschenden neunten Platz beim Springen drehte er beim 7,5-Kilometer-Langlauf richtig auf - dank der Hilfe der Teamkollegen.

          Im Ziel hatte er als Zweiter 23,6 Sekunden Rückstand auf den überlegenen dreimaligen Olympiasieger Samppa Lajunen (Finnland). Entscheidend unterstützt wurde er bei seinem Sturmlauf vom am Ende drittplatzierten Sebastian Haseney, der ihm im Zielspurt auch generös den Vortritt ließ.

          GewinntAckermann den Gesamtweltcup?

          Im Gesamtweltcup verkürzte der mit 15.000 Euro an Prämien belohnte Ackermann (1735 Punkte) den Rückstand auf den diesmal siebtplatzierten Österreicher Felix Gottwald (1766) auf nur noch 31 Punkte. Vier Rennen stehen noch aus, pro Sieg gibt es 140 Zähler. „Jetzt habe ich eine gute Ausgangsposition für den Gesamtsieg und freue mich schon auf die nächsten Rennen“, sagte Ackermann. „31 Punkte Rückstand sind aufzuholen.“

          „Vor Lahti hatte Ronny noch 131 Punkte Rückstand. Jetzt kann er es packen, ihn zeichnet ein unglaublicher Kampfgeist aus. Aber wir wollen nicht nur den Gesamtweltcup, sondern auch die Nationenwertung gewinnen“, erklärte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Er hatte 1986 als einziger deutscher Kombinierer den Gesamtweltcup gewonnen.

          Punkte für den Triumph in der Nationenwertung sammelten auch Georg Hettich und Jens Gaiser. Insgesamt liefen acht Deutsche unter die Top 20.

          Langläufer verpassen Sieg um 0,2 Sekunden

          „Wir haben ein Superrennen geboten, leider konnte ich den Zielspurt nicht mehr gewinnen. Aber mit einem zweiten Platz können wir sehr zufrieden sein“, erklärte derweil Langläufer Angerer. In dem nur zum Team-Weltcup gehörenden Sprint-Duorennen verhalf ihm auch ein langer Ausfallschritt auf der Ziellinie nicht mehr zum Triumph.

          0,2 Sekunden lag das abwechselnd auf die 1,5 Kilometer lange Strecke gegangene deutsche Team hinter den Italienern um Schlussläufer Christian Zorzi. 1999 hatte Angerer in der nicht-olympischen Disziplin gemeinsam mit Peter Schlickenrieder seinen bisher einzigen Weltcup-Sieg gefeiert.

          Elofsson ist wieder da

          Mit Platz zwei rehabilitierten sich Angerer (28.) und Sommerfeldt (37.) für die schwachen Leistungen im 15-Kilometer-Rennen des Vortages. Das hatte der bei Olympia leer ausgegangene, im Weltcup aber souverän führende Schwede Per Elofsson bei seinem elften Sieg vor den Norwegern Thomas Alsgaard (17,1 Sekunden zurück) und Tore Ruud Hofstad gewonnen.

          Über 10 Kilometer machte die in Salt Lake City ebenfalls medaillenlos gebliebene Estin Kristina Smigun ihren siebten Weltcupsieg mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,6 Sekunden vor Stefania Belmondo perfekt.

          Die Sprint-Staffel ohne deutsche Beteiligung gewannen Olympiasiegerin Gabriella Paruzzi und Sabina Valbusa für Italien. Im Gesamtweltcup steht die Tschechin Katerina Neumannova vor dem Triumph.

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