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Nordische Ski-WM : Springer-Debakel in Val di Fiemme

  • Aktualisiert am

Adam Malysz mit den Zweit- und Drittplazierten Tommy Ingebrigtsen und Noriaki Kasai Bild: AP

Der Pole Adam Malysz hat bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme seinen zweiten Titel gewonnen. Zweiter wurde der Norweger Tommy Ingebrigtsen vor Noriaki Kasai aus Japan. Bester Deutscher war Michael Uhrmann, der auf Platz 13 landete.

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          Der Pole Adam Malysz hat bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme seinen zweiten Titel gewonnen. Nach dem Sieg von der Großschanze gewann Malysz auch das Springen von der Normalschanze mit Sprüngen auf 104 + 107,5 Meter (279,0 Punkte).

          Zweiter wurde der Norweger Tommy Ingebrigtsen vor Noriaki Kasai aus Japan.

          Sven Hannawald und die deutschen Adler sind in ein Debakel geflogen. Beim Springen von der Normalschanze bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme stürzten die Schützlinge von Bundestrainer Reinhard Heß nach den schon überaus dürftigen Vorstellungen auf der Großschanze und im Teamwettbewerb am Freitag noch weiter ab und kamen nicht in die Top Ten.

          Bester war Michael Uhrmann (Rastbüchl), der nach Sprüngen auf 96 und 98,5 Meter auf Platz 13 landete.

          Weltcup-Spitzenreiter Hannawald (Hinterzarten) wurde nach zwei Sprüngen auf 94 Meter sogar auf Platz 24 durchgereicht. Zum ersten Doppelweltmeister nach Hans-Georg Aschenbach 1974 krönte sich dagegen der Pole Adam Malysz, der mit seinen Flügen auf 104 sowie 107,5 und 279 Punkten der Konkurrenz erneut davon zog. Er verwies den Norweger Tommy Ingebrigsten (263/100,5+105) und den Japaner Noriaki Kasai (259,5/99+104) auf die Medaillenränge.

          „Ich habe die gewisse Hoffnung, dass den Burschen heute ein guter Wettkampf gelingt“, hatte Heß vor dem Springen gesagt. Doch er hatte sich gewaltig getäuscht. Mit steinerner Miene musste er mit ansehen, wie sein Team sang- und klanglos versagte. „Wir haben Probleme mit dem Schanzenprofil“, versuchte er zu erklären. „Unsere Sprünge sind zum Teil besser als die der Finnen und trotzdem fehlen uns unten die Meter“, sagte der Coach. So belegten Christoph Duffner (Schönwald) und Georg Späth (Obersdorf) auch nur die Plätze 22 und 24.

          Vor allem bei Hannawald fehlte jegliches Feuer. „Das war meine schlechteste WM. Eines steht fest, ich springe nie wieder von einer Normalschanze. Es kann nicht sein, dass ich immer geile Sprünge zeige und hier eingehe. Eineinhalb Wochen waren es nur Blindflüge. Mit so einem Müll kann ich nicht lange leben“, schimpfte der 28-Jährige. Nach dieser Vorführung stellt er auch die weitere Saison in Frage. „Ich muss das alles ganz schnell abhaken, sonst werde ich nicht mehr froh. Ich freue mich jetzt einfach auf Oslo“, sagte Hannawald.

          „Er begreift viele Dinge nicht, die hier passieren. Dabei macht er die gleichen Sprünge, mit denen er zuvor die Welt beherrscht hat“, sagte Heß. „Ich sehe bei ihm wenig Ski. Wir sind nicht in der Lage, unser System kurzfristig zu ändern.“ Sein Musterschüler hatte die WM bereits vor dem Abschlussspringen abgehakt. „Die Veranstaltung hat einfach kein Flair. Es sind wenig Zuschauer da, es macht keinen Spaß. Ich will so schnell wie möglich weg hier, am liebsten heute noch“, sagte der zweifache Skiflugweltmeister, der einmal mehr bei einer WM oder Olympischen Winterspielen sein Potenzial nicht ausschöpfen konnte.

          Unklar ist, wie sich die Niederlagen auf das Selbstvertrauen auswirkt. Dieses dürfte sein ärgster Kontrahent im Weltcup, Adam Malysz, zur Genüge getankt haben. Unaufhaltsam verteidigte er als erster Springer nach Aschenbach auch seinen Titel auf der Normalschanze und kann nun wieder von seinem dritten Sieg im Gesamtweltcup träumen.

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