https://www.faz.net/-gtl-438j

Nordische Ski-WM : Sommerfeld über 50 km nur auf Platz 23

  • Aktualisiert am

„Ich hatte mir mehr vorgenommen”: Rene Sommerfeldt Bild: dpa

Wie viele der großen Namen blieb auch Rene Sommerfeldt im abschließenden 50 km-Rennen beim Überraschungssieg des Tschechen Martin Koukal im Feld der Geschlagenen.

          2 Min.

          Beim Favoritensterben über 50 km wurden auch die Hoffnungen von René Sommerfeldt auf die ersehnte Einzelmedaille bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Val di Fiemme zerstört.

          Wie viele der großen Namen blieb auch der Oberwiesenthaler am Samstag im abschließenden WM-Wettbewerb beim Überraschungssieg des Tschechen Martin Koukal im Feld der Geschlagenen und musste sich am Ende mit Rang 23 zufrieden geben. Entsprechend grantig zog der Sachse auch seine Bilanz: „Ich hatte mir für die WM schon etwas mehr vorgenommen. Mein Rennen sollte der 50er sein. Aber heute ging gar nichts. Die Staffel war mein bester Wettkampf. Jetzt werde ich erst mal zwei Wochen die Beine hoch legen“, sagte der Zweite im Gesamtweltcup.

          „Nach 25 km wusste ich, dass es vorbei war“

          Dabei hatte „Sommi“ einen Start nach Maß, führte bei Kilometer 15 und lag nach 20 km nur knapp hinter der Spitze. „Ich habe es von Beginn an probiert, wegzukommen. Es ist eigentlich nicht meine Art, aber ich wollte schnell zu Estil auflaufen. Das hat zwar geklappt, aber es war wohl etwas zu flott. Jedenfalls kam nach 25 km das bei dieser WM schon viel zitierte Vögelchen namens Blaumeise. Da wusste ich, dass es vorbei war“, schilderte der WM-Zweite über diese Distanz von Lahti sein Rennen.

          Überraschungssieger: Martin Koukal
          Überraschungssieger: Martin Koukal : Bild: dpa

          Während des Rennens dachte der 28-Jährige oft an jenen Silber-Lauf zurück: „Da kam ja in Form von Mühlegg der D-Zug von hinten und ich habe mich drangehängt. Heute aber kam niemand, ich musste das Tempo allein machen.“ Zwar wechselte er sich in der Führung einer Dreier- Gruppe mit seinen Begleitern Estil und Tobias Angerer (Vachendorf) ab, aber die Beine waren bei allen drei zu schwer, um am Ende so ein Tempo zu gehen wie die plötzlich auf die Ränge 2 und 3 stürmenden Schweden Anders Södergren und Jörgen Brink.

          Sommerfeldt will im Weltcup angreifen

          „Mir war schon nach wenigen Metern klar, dass es nicht mein Tag wird. Nach 10 km dachte ich sogar schon mal an aufgeben. Aber dann wollte ich dem „Sommi“ helfen, bloß dem ging es heute nicht besser als mir“, berichtete Angerer, der 36. wurde.

          Sommerfeldt schaut jetzt nun auf die ausstehenden Weltcup-Rennen im Freien Stil in Lahti, Falun und Borlänge: „Dort will ich noch mal angreifen, mal sehen, was noch möglich ist.“

          Behle: Weniger Wettkämpfe für Sommerfeldt

          Bundestrainer Jochen Behle glaubt zwar angesichts der guten Form des schwedischen Weltcup-Spitzenreiters Matthias Fredriksson (4.) nicht mehr so fest an den Gewinn des Gesamtweltcup, „doch die Plätze 2 und 3 von Sommerfeldt und Axel Teichmann wollen wir schon verteidigen“, meinte der Coach, der trotz des mäßigen Abschneidens der beiden Marathon-Männer nicht sonderlich böse war. „Sie haben es probiert, aber es ging eben nicht. Das muss man einfach mal akzeptieren, dass es solche Tage gibt“, betonte Behle.

          Mit Blick auf die WM in Oberstdorf in zwei Jahren will der „Goldschmied“ eine etwas andere Saisonplanung treffen. „Im nächsten Jahr werden wir Sommerfeldt etwas kürzertreten lassen. Er hat jetzt fast vier Jahre auf höchstem Niveau trainiert, braucht mal eine Pause. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir vor Oberstdorf den einen oder anderen Wettkampf auslassen oder einen Athleten mal aus dem Weltcup nehmen. Dennoch: Selbstvertrauen holt man sich nur in erfolgreich absolvierten Rennen“, resümierte Behle.

          Weitere Themen

          Das Drama um Christian Eriksen Video-Seite öffnen

          Herzdruckmassage auf dem Platz : Das Drama um Christian Eriksen

          Bei der Begegnung zwischen Dänemark und Finnland war der 29-jährige Christian Eriksen kurz vor Ende der ersten Halbzeit kollabiert. Fans und Spieler zeigten sich fassungslos. Die gute Nachricht: Der Zustand des dänischen Nationalspielers hat sich stabilisiert.

          Topmeldungen

          Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen am 29. August 2020 vor dem Reichstag in Berlin — darunter auch ein Teilnehmer, der die Reichsflagge hochhält.

          Vor Innenministerkonferenz : Deutsche Reichsflagge soll verboten werden

          Die Innenminister wollen mit einem Mustererlass das Zeigen bestimmter ehemaliger deutscher Flaggen untersagen. Rechtsextremisten nutzen etwa die Reichsflagge von 1892 als Ersatzsymbol für die verbotene Hakenkreuzflagge.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.