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Neuer TV-Vertrag : Öffentlich-Rechtliche Finanzspritze für den Fußball

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Trotz Medienkrise und fehlender Konkurrenten haben ARD und ZDF für den neuen TV-Vertrag über Fußball-Länderspiele und den DFB-Pokal tief in die Tasche gegriffen.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat für die nächsten Jahre finanziell ausgesorgt. 390 Millionen Euro kassiert der Verband von 2004 bis 2009 aus dem verlängerten Fernseh-Vertrag mit ARD und ZDF.

          Die Zeiten der großen Steigerungsraten im TV- Geschäft sind jedoch vorbei. Gegenüber dem Mitte 2004 auslaufenden Vertrag mit einem Volumen von rund 370 Millionen Euro ist der Zuwachs bescheiden. Mit seiner anfänglichen Vorstellung von einer Steigerung um bis zu 75 Millionen Euro konnte sich der DFB mangels konkurrierender Nachfrager nicht durchsetzen. Angesichts der Medienkrise und im Vergleich zu den Bundesligisten dürfen die DFB-Verantwortlichen allerdings zufrieden sein.

          Bundesligisten sollen mitverdienen

          Die Profivereine haben nach der Kirch- Insolvenz Mitte des Jahres einen neuen Vertrag unterschrieben, der ein 30-prozentiges Minus bedeutet. Inwieweit die Bundesligisten am neuen DFB-Vertrag partizipieren, ist noch nicht geklärt. „Die Gespräche über die Verteilung des Geldes haben noch nicht begonnen“, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger.

          Der neue Fünf-Jahres-Kontrakt umfasst nach Angaben des Verbandes und der Sender neben den Heimspielen der Nationalmannschaft und dem DFB-Pokal auch die Regional- und Oberligen sowie erstmals auch die Länderspiele der Frauennationalmannschaft. Nicht enthalten sind die TV-Rechte für die Auswärtsspiele der DFB-Auswahl, die von den jeweiligen Gastgebern vergeben werden.

          Beste Quoten mit Nationalmannschaft

          Der Umfang der Pokal-Übertragungen soll laut DFB unverändert bleiben. DFB-Sprecher Stenger dementierte Meldungen, dass zusätzliche Spiele gezeigt werden. Neben dem Endspiel und den beiden Halbfinals darf pro Runde ein Spiel live übertragen werden. Es gebe zwar eine Option für ein weiteres Viertelfinalspiel, dieses müsste aber zusätzlich bezahlt werden.

          „Wir sind mit dem Vertragsabschluss sehr zufrieden“, sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen. „Die Länderspiele sind die größte Attraktion im Fußball.“ Die fünf erfolgreichsten Fernsehsendungen 2002 waren Live-Übertragungen von der Nationalmannschaft.

          Rechte für Champions League werden billiger

          DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder freut sich, dass „erstmals auch die Übertragungen von den Heimspielen der Frauen-Nationalmannschaft in dem Gesamtpaket enthalten sind“. Bisher war nur die Frauen-Bundesliga Teil des Vertrages.

          Im kommenden Jahr werden weitere TV-Verträge neu abgeschlossen. Bis zum 14. Februar läuft für die deutschen TV-Sender das Bieterverfahren für die Champions League. TV-Experten rechnen mit rund 30 Prozent geringeren Einnahmen.

          Zudem muss sich der Sender Sat.1 entscheiden, ob er weiter die Bundesliga-Zusammenfassung zeigen will. Allerdings sind die insgesamt 290 Millionen Euro für die Profivereine durch den Vertrag der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit der Agentur Kirch-Sport abgesichert, die am 1. Januar in Infront umbenannt wird. ARD und ZDF wollen zudem die TV-Rechte für die Fußball- Weltmeisterschaft 2006 erwerben. Interesse haben aber auch andere Sender wie RTL bekundet. Rechteinhaber ist ebenfalls Kirch-Sport.

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