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Neuer Leichtathletik-Skandal : Korruptionsvorwürfe in Kenia

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400-Meter-Läferin Joy Sakari: 24.000 Dollar zur Reduzierung der Dopingsperre? Bild: AP

Die kenianischen Läuferinnen Joy Sakari und Francisca Koki Manunga Mwangi berichten, ein hochrangiger Funktionär habe 24.000 Dollar Schmiergeld gefordert, um ihre Dopingsperren zu verkürzen.

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          Sponsoren laufen davon, neue Enthüllungen über Doping und Korruption kommen fast täglich ans Tageslicht: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF kommt mit seinem Krisenmanagement kaum noch klar. Nach den schockierenden Enthüllungen über ein Doping-System in Russland gerät nun das Lauf-Wunderland Kenia durch Korruptionsvorwürfe immer mehr in Misskredit. Ein Sportfunktionär soll von zwei suspendierten Leichtathletinnen hohe Dollar-Summen für die Verkürzung ihrer vierjährigen Dopingsperren verlangt haben.

          Hürdenläuferin Francisca Koki Manunga: 24.000 Dollar zur Reduzierung der Dopingsperre?
          Hürdenläuferin Francisca Koki Manunga: 24.000 Dollar zur Reduzierung der Dopingsperre? : Bild: AP

          Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hätten die Läuferinnen Joy Sakari und Francisca Koki Manunga mitgeteilt, der Geschäftsführer des nationalen Verbandes Athletics Kenya (AK), Isaac Mwangi, habe von jeder Sportlerin 24.000 Dollar Schmiergeld gefordert. Mwangi wies die Beschuldigungen strikt zurück. „Das ist doch ein Witz“, sagte er.

          Die IAAF teilte mit, dass die Anschuldigungen von Sakari und Manunga von der Ethikkommission des Verbandes untersucht würden. Als „sehr verstörend“ bezeichnete die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada die Vorwürfe der Läuferinnen. Sie „ähneln unheimlich“ jenen, die bei den bisherigen Enthüllungen von Doping-Vertuschung in der Leichtathletik ans Tageslicht gefördert worden seien.

          Isaac Mwangi, Geschäftsführer von Athletics Kenya: „Das ist doch ein Witz“
          Isaac Mwangi, Geschäftsführer von Athletics Kenya: „Das ist doch ein Witz“ : Bild: AP

          Sollte es weitere Informationen geben, will die Wada entscheiden, ob Untersuchungen in Kenia veranlasst werden. Trotz einer Reihe von Berichten über mögliche Doping-Machenschaften in dem afrikanischen Land hat die Wada Ermittlungen wie in Russland bisher abgelehnt.

          Unterdessen haben Kontrolleure der britischen Anti-Doping-Behörde UKAD in Russland die Tests übernommen. Das ist eine Maßnahme, um den Ausschluss der von der IAAF suspendierten Leichtathleten des Landes bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro noch zu vermeiden.

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