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NBA-All-Star-Game : Nowitzki mittendrin statt nur vorm Fernseher

  • Aktualisiert am

Mittendrin: Dirk Nowitzki Bild: ap

Als Jugendlicher schälte sich Dirk Nowitzki nachts aus dem Bett um das NBA-All Star Game zu verfolgen. Dieses Mal ist er selbst dabei.

          2 Min.

          Es ist der alljährliche Höhepunkt in der NBA, zumindest wenn es um die Show geht. Am Sonntag trifft sich in Philadelphia die Elite der Korbjäger.

          Eine Zusammenballung von Extrakönnern, praktisch so etwas wie ein Spiel Dreamteam I gegen Dreamteam II. Kobe Bryant ist dabei, Kevin Garnett, Allen Iverson, und - natürlich - Michael Jordan. Und zum ersten Mal auch ein 23- jähriger langer Lulatsch aus Würzburg.

          Früher Zuschauer, jetzt dabei

          Für Dirk Nowitzki ist die Nominierung für das All Star Game eine enorm wichtige Zwischenstation. Auf dem Weg zum Basketballhimmel hat er jetzt Wolke 7 erklommen. „Dies ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.“ Als Jugendlicher krabbelte Dirk jedes Jahr nachts aus dem Bett, nur um das Show-Spiel seiner Idole live am TV-Gerät zu verfolgen. Nun ist er also selbst ein Superstar.

          Er gibt sich eigentlich immer cool, doch der bevorstehende Auftritt im First Union Center in Philadelphia hat eine andere Dimension: „Ich werde wohl Schmetterlinge im Bauch haben. Die ganze Welt schaut zu. Ich hoffe aber, dass ich trotzdem einigermaßen gut mitspielen kann.“ Die Offenheit überrascht, denn dem 2,11-Meter langen Blonden mit dem stoischen Blick und den zielsicheren Händen konnte bisher absolut nichts beunruhigen.

          Vom Talent zum Überflieger

          Noch vor Wochen beispielsweise wollte er einfach nur der Dirk sein, Sechs-Jahres-Vertrag über 90 Millionen Dollar hin oder her. „Hört mir nur auf mit dem ganzen Superstar-Getue. Ich habe noch nichts erreicht. Keine Meisterschaft, nicht einmal ein All Star Game.“ Aus dem Talent wurde in nur drei Jahren NBA ein Überflieger. In dieser Saison sind lediglich zwei Spieler gleichzeitig in den Top 10 der beiden wichtigsten Kategorien, den Punkten sowie den Rebounds pro Spiel. Tim Duncan von den San Antonio Spurs ist der eine, Dirk Nowitzki der andere.

          Zur Zeit sind seine 24,4 Punkte und 9,6 Rebounds für Platz 8 respektive 9 gut. Er lässt sich von niemandem etwas diktieren. Druck, woher auch immer, scheint er in der Umkleidekabine in die Ecke zu legen. „Ich gehe nach Philadelphia um dort nur Spaß zu haben. Wenns klappt, toll, und wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm.“ Hinter der vermeintlichen Unbekümmertheit steckt aber eine knallharte Berufsauffassung. „Ich möchte von den besten Spielern der Welt etwas lernen, etwas abschauen.“

          "Für Nowitzki gibt es keine Grenzen"

          Fast alle sagen, er ist schon einer der Besten. Doch er sieht sich als Schüler und meint, der Weg bis zum Gipfel sei noch lang. Mark Cuban, exzentrischer Milliardär und Eigentümer der Dallas Mavericks, bekommt bei seinen Liebeserklärungen an Dirk Nowitzki feuchte Augen: „Für ihn gibt es keine Grenzen, er ist einfach wunderbar. Um ein Superstar zu werden, muss man mehr als nur Talent haben. Man benötigt auch noch Hingabe, Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit. Und Dirk hat all diese Komponenten. Er ist jetzt gut, wird aber noch viel besser werden.“

          Den Anfang machte der zur Zeit einzige Deutsche in der NBA mit seinem ersten Spiel im Februar 1999. Am Sonntag folgt mit dem All Star Game ein Quantensprung. Danach bliebe nur noch der NBA-Titel, oder wie die Amerikaner sagen: die Weltmeisterschaft. Daran wird im Hause Nowitzki jedenfalls unverändert hart gearbeitet.

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