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Nachgefragt bei: Rudy Pevenage : „Dann soll er sagen, ich mache zu“

  • Aktualisiert am

Einst mit Telekom erfolgreich, nun mit Problemen bei Coast: Ullrich und Pevenage Bild: dpa

Der Betreuer von Jan Ullrich, Rudy Pevenage, beklagt im Interview mit F.A.Z.-Redakteur Rainer Seele die finanziellen Unregelmäßigkeiten beim Team Coast.

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          Der Betreuer von Jan Ullrich, Rudy Pevenage, beklagt im Interview mit F.A.Z.-Redakteur Rainer Seele die finanziellen Unregelmäßigkeiten beim Team Coast.

          Würden Sie das Team Coast nach all dem Ärger in den vergangenen Tagen lieber heute als morgen wieder verlassen?

          Das wäre die einfachste Möglichkeit. Aber die will ich jetzt nicht wählen.

          Haben Sie denn Ihr Februar-Gehalt inzwischen erhalten?

          Ich habe mein Geld für Januar bekommen, das für Februar hängt irgendwo in Köln oder in Aachen, ich weiß es nicht. Es wurde am Donnerstag überwiesen, es wird heute oder morgen kommen.

          Wie stark ist das Vertrauen in die Teamführung beeinträchtigt worden?

          Es war hundertprozentig da, aber bis jetzt die Gegenleistung erbracht wird, bis alles wieder in Ordnung ist, gibt es ein bißchen Zweifel. Es ist natürlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, das ist klar.

          Wie werden Sie reagieren, wenn es noch einmal Unregelmäßigkeiten wie zuletzt geben würde?

          Wenn wir weitermachen, müssen wir die Sicherheit haben, daß so etwas nicht mehr passieren kann. Das Gehalt sollte künftig besser zwei Tage früher bezahlt werden als im letzten Moment. Wenn Herr Dahms allerdings meinen sollte, er könne das am Ende des Monats nicht hinkriegen, dann wäre es besser gleich zu sagen: Ich mache zu.

          Könnte sich der Textil-Unternehmer Günther Dahms, der hinter dem Team Coast steht, mit der Verpflichtung von Jan Ullrich übernommen haben?

          Das kann ich schwer einschätzen. Er hat bei der Präsentation in Essen gesagt, daß die neue Mannschaft eigentlich nicht teurer ist als die des Vorjahres. Ich glaube auch, daß dies stimmt. Warum sollte es also auch in dieser Saison nicht gut laufen?

          Können Sie nachvollziehen, daß Dahms trotz der Galionsfigur Ullrich immer noch keinen Co-Sponsor gefunden hat?

          Ich dachte eigentlich, daß Ullrich in Deutschland immer noch ein Sponsoring wert ist. Das ist bis jetzt noch nicht gelöst, und die jetzige Situation ist auch nicht so positiv, um das zu lösen.

          Fürchten Sie, daß durch die Affäre um den Rennstall auch Ihr Ruf in Mitleidenschaft gezogen werden könnte?

          Mein eigener Ruf hat mit sportlichen Sachen, nicht mit den finanziellen Angelegenheiten des Teams Coast zu tun. Aber ich kann meinen Beruf auch nur gut ausüben, wenn ich die Möglichkeiten dazu habe. Wenn die Fahrer die Motivation verlieren, weil sie Probleme haben mit der Mehrwertsteuer, der Quellensteuer oder etwas anderem in dieser Richtung, kannst du als Sportlicher Leiter so gut sein, wie du willst, dann kriegst du keine Resultate.

          Was ist der größte Unterschied zwischen dem Team Telekom, bei dem Sie zuvor beschäftigt waren, und dem Team Coast?

          Man kann sagen: Coast war letztes Jahr Fünfter der Weltrangliste und Telekom Dreizehnter. Bei Coast hat natürlich nicht jeder Rennfahrer einen Audi zur Verfügung, die Reisen sind vielleicht manchmal ein bißchen komplizierter, wir haben keinen großen Bus. Es gibt nicht den großen Luxus.

          Trauern Sie der Zeit beim Team Deutsche Telekom, bei dem - zumindest organisatorisch - alles reibungslos zu laufen schien, schon ein bißchen nach?

          Ich wollte mit Ullrich zusammenbleiben. Und wenn ich heute wieder in die Toskana fliege, um mit Ullrich weiterzutrainieren, bin ich wieder sehr glücklich.

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